Musikunterricht, der zu dir passt

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Gitarre
Gitarre lernen bei

Dennis Schärer

E-Gitarre, Folk Gitarre & Klassische Gitarre von Pop über Electronica bis Folk

Dennis Schärer ist Musiker und Gitarrist mit Effektfetisch, mit Len Sander ist er zur Zeit auf den Bühnen Europas unterwegs.

Preis

10 Lektionen an 45 Min.: CHF 840


Standort

Wegackerstrasse 42
8041 Zürich

Instrument

Gitarre

Musikstil

Electronic, Techno, Pop, R'n'B, Blues und Folk

Niveau

Anfänger und Fortgeschrittene

Sprache

Deutsch und Englisch


Das bringe ich dir bei

Die Gitarre als experimentelles Instrument. Umgang mit und Funktionsweise von Pedals, die richtige Reihenfolge, und was möglich ist, wenn man sich nicht an Regeln hält. Den eigenen Sound finden, unabhängig von Geschwindigkeit und Fingerfertigkeiten. Saubere Spielweise, aber auch das bewusste unsaubere Spiel mit Nebengeräuschen als musikalisches Mittel. Die Gitarre als Instrument in Gitarren-fremden Genres. Recording und Mischen der Gitarre, Mikrofonierung und Umgang mit Impulse Responses.

Ausbildung

Gymnasium Freudenberg, Grundlagenunterricht bei Stephan Hunziker

Hochschule für Musik und Theater Zürich (heute ZHdK), Diplomunterricht bei Felix Utzinger 

PreCollege Musik and der Hochschule für Musik und Theater Zürich (heute ZHdK)

In diesen Bands / Formationen habe ich gespielt

Stücke / Werke von diesen Künstlern / Komponisten bringe ich dir am liebsten bei

Bon Iver, St.Vincent, The Tallest Man on Earth, The War on Drugs, Wilco, The National, The Black Keys, Radiohead, Led Zeppelin und Metallica

Dennis Schärer

Interview mit Dennis Schärer

Welche(r) MusikerIn hat dich am meisten beeinflusst und warum?
Einer meiner frühsten Einflüsse war Pat Metheny. Sein Umgang mit der Gitarre und sein Verständnis des Instruments fasziniert mich bis heute. Auch wenn ich nicht allen seiner Produktionen etwas abgewinnen kann, ist seine Anwendung und Weiterentwicklung der Gitarre doch unglaublich spannend. Metheny’s Kollaboration mit Charlie Haden (Beyond The Missouri Sky) hat meinen Spielstil unglaublich stark beeinflusst. 

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen LehrerInnen?
Die Suche nach dem eigenen Klang, der eigenen Spieltechnik ist etwas zeitintensives und langwieriges. Ich kann dir diesen Prozess zwar nicht abnehmen, aber ich kann dich in die richtige Richtung schubsen und dich auf deinem Weg unterstützen. Ich lege viel Wert auf einen, nennen wir es, respektvollen Umgang mit dem Instrument. Da kannst du aus deiner Gitarre die grässlichsten Klänge prügeln, oder ihr sanfte Melodien entlocken. Wichtig ist mir, dass dies mit Kontrolle geschieht und du bestimmen kannst, welche Klänge aus deinem Instrument strömen. Möchtest du einen Schritt weiter gehen, kann ich dich in die weite Welt der Effektpedale einführen, dir die Grundregeln beibringen, und dir zeigen, wie du sie brechen kannst.

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Mein Vater war in seinen Jugendjahren ein klassischer Hippie. Glücklicherweise hat sein Musikgeschmack – und auch der Grossteil seiner Platten – bis heute überdauert. So waren es dann auch Songs von Uriah Heep und Deep Purple, die meine ersten Berührungspunkte waren. Eine Zeit lang faszinierten mich die modernen Gitarrenhelden wie Steve Vai und Joe Satriani, und auch wenn ich meinen Musikgeschmack von damals zeitweise etwas hinterfrage, verdanke ich dieser Phase vieles in Sachen Fingerfertigkeiten und Technik. Ich hatte einen tollen Lehrer, der es wie kein zweiter Verstand, mich behutsam in verschiedene Stilistiken einzuführen, aber dann doch mich entscheiden zu lassen, in welche Richtung es gehen sollte. Ich denke, das hat nun auch einen grossen Einfluss auf meinen Unterrichtsstil.

Auf welchem Equipment spielst du heute und warum?
Live spiele ich auf einer Music Man Cutlass, durch ein eher gut angereichertes Pedalboard, über einen Supro 1624T, den ich auf kleineren Bühnen gern auch mal mit einem Attenuator zähme. Der Supro gibt mir – im Gegensatz zu meinem vorigen Amp (Fender Twin Reverb) – mehr Grit, mehr Charakter. Besonders in elektronisch bestückten Settings hilft mir dies, dem Sound mehr Leben einzuhauchen. Im Studio und Zuhause experimentiere ich gerne mit verschiedenen Amps und Gitarren, mein Home-Recording Amp hat mittlerweile das vierte Set Röhren eingebaut bekommen.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen und warum?
Persistenz. Die Fähigkeit, trotz Widerständen und hohen Belastungen die Motivation zu wahren, hat mich schon des öfteren vor kleineren und grösseren Melt-Downs bewahrt. Ich gebe mich selten mit eigenen Fähigkeiten oder Erreichtem zufrieden und stelle hohe Ansprüche an mich selbst. Die Schwierigkeit besteht darin, diese Ansprüche in einem gesunden Mass zu halten, denn zwischen stetigen Ansprüchen und Frustration liegt wohl nur ein kleiner Grat. 

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Die Gitarre besitzt für mich ein schönes Gleichgewicht zwischen musikalischem Ausdruck und Dynamik. Du kannst dein Instrument auf schier unendliche Weise bearbeiten, und ihm – ohne den Amp wechseln oder die Lautstärke zu ändern – einen süssen Ton oder aber ein furchtbares Fauchen entlocken. Es ist in gewissermassen eine Weiterführung deines Körpers, deiner Hände und Finger. Die Gitarre hat einen eigenen Klangkörper und dementsprechend einen eigenen Grundklang. Gleichzeitig ist sie aber besonders in der elektrischen Variante, für den Gebrauch in Kombination mit elektronischen Klangeinheiten ausgerichtet. Das öffnet dir Tore zu unendlichen Soundwelten.

Worauf achtest du dich besonders beim Unterrichten?
In erster Linie ist es mir sehr wichtig, zu erfahren, weshalb jemand sich dazu entscheidet, mit Lektionen zu beginnen. Was erwartet man von sich selber und worauf möchten man hinarbeiten?  Vielleicht hat man sich ja sogar schon ein heimliches Ziel gesteckt. Ziele sind wichtig und hilfreich, gleichzeitig versuche ich dem aber durch einen eher spielerischen Zugang die Verbissenheit zu nehmen. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man genug Selbstinitiative mitbringt und auch zwischen den Lektionen fleissig übt, nicht allen ist das aber immer möglich und ich versuche auch diesen Umstand in die Art des Unterrichts einfliessen zu lassen.

Wie baust du deine Musikstunden auf?
Je nach Zielvorstellung und Wunsch der Schülerin oder des Schülers kann es sein, dass wir zwischen völlig praktischen Lektionen eine rein theoretische Stunde einschieben. Dabei muss es nicht zwingend um Harmonielehre oder Rhythmik gehen, vielmehr soll es dem Schüler / der Schülerin helfen, das Instrument besser zu verstehen. Im Gegensatz zum Klavier mit seinem linearen Aufbau, scheint die Gitarre in ihrer Struktur etwas komplexer, und das Lernen fällt einem einfacher, wenn man den Körper seines Instruments besser kennen lernt. Grundsätzlich bin ich aber für einen Hands-On Ansatz, es soll so viel gespielt und experimentiert werden wie möglich. 

Wie gehst du bei Kindern vor?
Ich hatte das Glück, nicht die herkömmliche Abfolge von Lernstrukturen durchlaufen zu müssen: Theorie und Klassische Gitarre zuallererst, dann, wenn die Lust schon fast weg ist, darf man sich an die elektrische Variante wagen. Die E-Gitarre und die unzähligen verfügbaren Pedals bieten soviele Möglichkeiten für Experimente und Kreativitätsentfaltung. Der spielerische Umgang mit dem Instrument ist mir wichtig, nicht nur bei Kindern. Theorie, Rhythmus- und Harmonielehre können auch fürs Erste warten. Um erste Erfolgserlebnisse zu erleben oder spannende Sounds zu kreieren, muss man keine ausgereifte Spieltechnik haben.

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musiker und warum?
Im Sommer 2017 hatten wir mit Len Sander die Möglichkeit, die grossen Festivals der Schweiz zu spielen. Besonders speziell war's am Paleo Festival; das Publikum, die Organisation, die Bühne, die Technik… einfach wunderbar.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
Wir (Len Sander) hatten die Möglichkeit im ausverkauften X-Tra in Zürich Róisín Murphy zu supporten. Das ist zwar zeitlich schon etwas her, aber es ist dennoch eine Erinnerung, die mir geblieben ist, denn es war das erste Mal, dass wir etwas professionelle Musikluft schnuppern konnten. Die Waldbühne am Gurtenfestival und die Paléo Tent Stage waren zwar ähnlich gross, aber das volle Xtra fühlt sich schon ziemlich riesig an.

Mit welche(r)m MusikerIn würdest du gerne einmal spielen und warum?
Sicher mit Justin Vernon, der ist in Len-Sander-Kreisen so etwas wie der Messias der modernen Musik. Sein Gefühl für Musikalität und Emotion ist bewundernswert. Ein Traum wäre es, einmal mit Nels Cline, Gitarrist bei Wilco, ein Projekt auf die Beine zu stellen. Sein Umgang mit dem Instrument hat mich stets inspiriert und macht es auch heute noch. Jeff Tweedy darf gerne auch dabei sein

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen und warum?
The War On Drugs - A Deeper Understanding; Die Platte ist grandios und übersät von wunderbaren Melodien, die sich dir ins Gedächtnis einbrennen. Besonders die Gitarren-Lines sind kleine Meisterwerke.

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Ganz, ganz weit oben steht bei mir das Glastonbury Festival in England. Oder aber eines der Pitchfork Festivals, zum Beispiel in Paris oder Chicago.

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Die Ruhe. Mir ist es wichtig, mich zwischendurch zurückziehen zu können und auch mal die Stille einfach still sein zu lassen. Freunde, die die Ruhe auch wieder brechen sind ganz besonders wichtig. Und die Liebe natürlich.


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