Musikunterricht, der zu dir passt

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Cello
Cello lernen bei

Rosamund van der Westhuizen

Cello für Klassik und freie Improvisation

Rosamund lebt und arbeitet als Cellistin und Schriftstellerin in Zürich. Als Lehrerin und Freelancer ist sie aktiv in unterschiedlichen musikalischen Formationen in und um Zürich.

Preis

10 Lektionen an 45 Min.: CHF 840


Standort

Instrument

Cello

Musikstil

Klassik und Freie Improvisation

Niveau

Anfänger, Fortgeschrittene und Master

Sprache

Deutsch und Englisch


Das bringe ich dir bei

Grundlagen des Cellospiels, verschiedene erweiterte Techniken, Zusammenspiel mit anderen/Ensemblespiel, Improvisation

Ausbildung

Meine ersten Musikstunden hatte ich im Alter von 3 Jahren, Violinunterricht mit 6 Jahren und mit 15 habe ich schliesslich auf das Cello gewechselt. Den Bachelor in Music Performance und in Musikwissenschaft habe ich an der Stellenbosch Universität in Südafrika bei Magdalena Roux abgeschlossen. Derzeit mache ich meinen Master in Music Pedagogy an der ZHdK bei Prof. Roel Dieltiens.

In diesen Bands habe ich gespielt

Ich spiele in verschiedenen Ensembles und arbeite oft als Freelance Musikerin in unterschiedlichen Orchestern; daneben liebe ich es aber auch, in nicht-klassischen Formationen zu spielen, wie zuletzt mit Nik Bärtsch im Apples and Olives Ensemble.

Stücke von diesen Künstlern bringe ich dir am liebsten bei

Luigi Boccherini, Dmitri Shostakovich, Gustav Mahler, Sergei Prokofiev, Johannes Brahms, Edward Elgar und Antonín Leopold Dvořák
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Interview mit Rosamund van der Westhuizen

Welche(r) MusikerIn hat dich am meisten beeinflusst und warum?
Momentan, obwohl sie eine Geigerin ist, Patricia Kopatchinskaja, weil sie Musik als Ausdruck einer inneren Überzeugung präsentiert. Ich bewundere vor allem, wie sie es geschafft hat, völlig aus der klassischen Tradition auszubrechen, um neue Wege zu finden, die blossen Elemente von Emotionen, Bildern und Geschmäckern wieder zu entdecken, die die Musik im Körper erweckt. Sie hat eine wundersame Gabe, Geschichten zu erzählen; das sollte uns allen ein Vorbild sein.

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen LehrerInnen
Ich unterrichte von Anfang an mit Augenmerk auf die Cello-Anatomie - wie dein Körper dir helfen kann, das Cello zu spielen. Das heisst auch, dich leiten lassen von deinem inneren Wissen über die Welt. Als KünstlerInnen sind wir VermittlerInnen (Sprachrohr?) für die wichtigsten menschlichen Empfindungen wie Glück, Verzweiflung, Erkenntnis, Friede, Wut, Schmerz...Für mich ist Musik erst dann Musik, wenn sie beginnt, diese Emotionen zu wecken und Geschichten über die menschlichen Erfahrungen erzählt.

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Als Kind wollte ich nichts mehr, als Violine spielen und tanzen. Aber ich fühlte, dass die Geige mich unausgeglichen macht und dass sie zu quietschig in meinem Ohr klang (ich war wohl nicht so gut...). Als sich mein Bruder sich entschied, Cello zu lernen, probierte ich es einmal aus und war sofort in den Bann gezogen. Die grösseren Vibrationen und die tiefe, mitschwingende Melancholie machten es für mich zu einem Lebewesen und so spielte ich es bald mehr als die Violine. Mein Bruder musste das wohl akzeptieren und stieg dann auf Schlagzeug um; seither habe ich keine Geige mehr angerührt.

Auf welchem Equipment spielst du heute und warum?
Mein Cello wurde 1802 in Mittenwald von Mathias Neuner gebaut, und ich habe mich 2015 in seinen Klang verliebt. Seither arbeiten wir zusammen.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen und warum?
Ich habe ein Bisschen etwas von einer Perfektionistin und habe daher eine ziemlich klare Vorstellung davon, wie mein Spiel klingen soll und was ich damit aussagen möchte (wobei sich dies ständig weiter entwickelt). Den Unterschied zwischen diesem Cello-spielenden Ich und der Realität im Übungsraum zu erkennen war für mich lange Zeit eine klare Richtschnur. Auf der anderen Seite ist Cellospielen für mich sehr meditativ - vor allem, wenn ich an sehr schwierigen Stücken arbeite, die angepackt, auseinandergenommen und dann wieder zusammengefügt werden wollen. Es fühlt sich dann wie ein Handwerk an und ist Balsam für meine Seele, so frustrierend auch immer es manchmal sein mag.

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Oft heisst es, das Cello sei das Herz der Musikwelt. Die meisten Kommentare, die ich über mein Spiel bisher bekommen habe, oder auch nur beim blossen Ansehen meines Cellokastens ist es meistens die Liebe zu diesem Instrument, von der die Menschen zu mir sprechen und dass sie sich davon direkt angesprochen fühlen. Ich denke, es hat auch damit zu tun, dass sich der Tonumfang des Cellos und der menschlichen Stimme  sehr ähneln. 

Worauf achtest du dich besonders beim Unterrichten?
Für mich ist es wichtig, dass ein Schüler / eine Schülerin eine ausgeglichene Celloausbildung erfährt. Die mechanischen und physikalischen Grundlagen des Instruments kennenlernen. Gute tägliche Übungen mitgeben, die helfen, die Muskeln zu entwickeln und nicht zuletzt mentale Stärke und ein "blindes Gefühl“ für das Instrument zu entwickeln, sowie die Fähigkeit, frei zu improvisieren und auszudrücken, was auch immer gerade in der Klangwelt des Schülers vorgeht; die Fähigkeit, Musik vom Blatt zu lesen und zu verstehen, wie sie „funktioniert“.

Wie baust du deine Musikstunden auf?
Wir starten immer mit gemeinsamem Aufwärmen, um uns im Raum und einander gegenüber zu spüren. Durch das Cellostimmen werden nicht nur die Saiten „synchronisiert“, sondern wir passen uns auch gegenseitig aneinander an, um eine klare Kommunikationshaltung zu bekommen. Dann starten wir mit technischen Übungen und ergründen, warum diese so wichtig für unser tägliches Spiel sind. Danach spielen wir vorbereitete Stücke und spielen gemeinsam, wobei ich natürlich stets begleite. Am Ende der Stunde packen wir die Noten weg und improvisieren zusammen, machen musikalische Spiele (nicht nur für Kinder!) und entscheiden zuletzt, was für das nächste Mal vorbereitet werden soll.

Wie gehst du bei Kindern vor?
Ohne Problem!

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musiker und warum?
Kürzlich spielte ich einen Gig mit einem Streichquintett - vier Konzerte in verschiedenen Städten in der Schweiz. Mit keinem der anderen MusikerInnen hatte ich bis dahin je zusammengespielt und obwohl wir im Grunde nur Begleitung für drei junge Solisten waren, war es - aus reinem Zufall - ein perfektes Ensemble. Wir haben super zusammengearbeitet und konnten mühelos miteinander (auf der Bühne??) kommunizieren, sodass uns beinahe nichts daran hindern konnte, wundervolle Musik zu machen. Das war wahrscheinlich einer der befriedigendsten Momente in meinem cellistischen Dasein und ich hoffe, so etwas ähnliches bald wieder erleben zu dürfen. Aber wie die Liebe, kommt so etwas wohl nur, wenn man es gerade nicht erwartet.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
In Kapstadt spielte ich einmal als eines von Michael Bublé’s „string girls“, da waren tausende Menschen im Publikum.

Mit welche(r)m MusikerIn würdest du gerne einmal spielen und warum?
Ich würde wirklich sehr gerne einmal mit Pieter Wispelwey arbeiten; er ist ein wunderbar verrücktes Genie hinterm Cello. Allein dabei zuzusehen, welche konventionellen Regeln er sich zu zurecht zu biegen oder brechen beschliesst sich, kann ich enorm viel lernen. Ein weiterer Traum von mir ist es, im Norwegian Chamber Orchestra zu spielen, welches eines der grossartigsten Beispiele begeisterten Zusammenspielens darstellt; für mich sind sie wie ein einziger großer Organismus.

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen und warum?
„Kind of Blue“ von Miles Davis. Ich glaube vor allem deshalb, weil sie perfekter musikalischer Ausdruck eines einzigen, sehr langen Momentes ist.

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Da ich als Musikerin sehr von meiner unmittelbaren Umgebung beeinflusst bin, spiele ich am liebsten an Orten, die reich an Möglichkeiten sind - ungewöhnliche Orte wie Gallerien, Parkgaragen (die übrigens hervorragende akustische Qualitäten besitzen), Museen, Wohnzimmer oder Planetarien. Bach spiele ich allerdings immer noch am liebsten in Kirchen und mittelalterlichen Sälen

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Lesen, Kochen, und so oft als möglich nach Norwegen und Italien reisen.


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