Prendre des cours de batterie avec
Christian Wolfarth
kreatives Improvisieren, Jazz Schlagzeug, Spiel mit Jazzbesen, Basler Trommeln
Christian Wolfarth arbeitet seit Jahren international an den Schnittstellen von Improvisation, Jazz und zeitgenössischer Musik.
Contact
Poser une question au sujet de Christian Wolfarth
S'inscrire dès à présent
une leçon d'essai sans engagement
Prix
10 leçons de 45 min.: CHF 990
Pour les enfants, des leçons de 30 minutes sont également possibles.
Lieu
In der Wässeri 25
8047 Zürich
Instrument
Batterie
Style musical
Jazz, improvisation libre et musique contemporaine
Niveau
Débutant et Avancé
Langue
Allemand et anglais
Âge
Christian Wolfarth enseigne aux élèves à partir de 12 ans
Je te l'amène
Klangbewusstsein, Experimentierfreude, Selbstvertrauen, formales Verständnis in Improvisationen und natürlich verschiedene Techniken mit Stöcken und Besen. Damit verbunden auch die Vorbereitung zum Spielen mit anderen Menschen.
Weitere Schwerpunkte sind freie und konzeptuelle Improvisation, Solo-Spiel, Jazz und Jazzbesen sowie Basler Trommeln.
Formation
- Swiss Jazz School / Bob Cunningham, Billy Brooks (1982–1986)
- Konservatorium Luzern / Pierre Favre (1992–1996)
- Kompositionsstudien bei Siegfried Kutterer (1992)
Projets
Je t'apporte volontiers des morceaux / oeuvres de ces artistes / compositeurs que j'apprécie
Eigene Kompositionen und Konzepte
Interview avec Christian Wolfarth
Welche*r Musiker*in hat dich am meisten beeinflusst?
Als kleines Kind war ich bei entfernten Verwandten auf dem Land zu Besuch und die hatten einen Plattenspieler und hauptsächlich LPs mit Militärmärschen. Die haben mich allerdings wenig interessiert. Daneben gab es aber eine Single von Bibi Jones. Die Musik hat mich sehr bewegt und war eine wichtige, vielleicht die wichtigste frühe Erfahrung mit Musik. Von da an war irgendwie klar, dass die Musik in meinem Leben einen grossen Stellenwert haben wird. Mein Vater hatte eine grosse Sammlung an Musik, ebenso meine ältere Schwester. In meiner Jugend war ich also den unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen ausgesetzt. Es wurde sehr viel und zum Teil auch laut Musik gehört bei uns zu Hause, bzw. im Auto. Von Bach über Black Sabbath, von Dizzy Gillespie zu Xenakis. Später, als ich dann begonnen habe, Schlagzeug zu spielen, waren Fredy Studer, Norbert Pfammatter, Jon Christensen und Jack DeJohnette die ersten wichtigen Einflüsse.
Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen Lehrer*innen?
Hmmm, das kann ich nicht beantworten, weil ich nicht alle anderen Lehrer*innen kenne… aber ich bin sicher gut darin, meinen Schüler*innen ein gewisses Klangbewusstsein zu vermitteln. Letztlich geht es immer um Klang - ohne Sound keine Musik!
Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Als ich 17 Jahre alt war, verkaufte meine Schwester eine Gitarre und der Käufer meinte, er hätte eine Band und suche einen Schlagzeuger. Da wurde ich vorstellig und habe mir ein schwarzes Maya-Set gekauft. Das Schlagzeug kam in einer riesigen Kartonschachtel, und da ich nie vorher auf eine Trommel geschlagen hatte, geschweige denn eine Ahnung von einem möglichen Aufbau hatte (vor YouTube), war das Ganze eine ziemliche Herausforderung. Der Bassist der Band war mir dann sehr behilflich. Weil ich ja schon vielerlei Musik ausgesetzt war, hatte ich eine gewisse Vorstellung davon, was am Schlagzeug zu tun ist. Jedenfalls spielten wir ein paar Wochen später unser erstes Konzert. Richtig gelernt und geübt habe ich dann allerdings erst Jahre später an der Swiss Jazz School von 1982–86 bei Bob Cunningham und vor allem bei Billy Brooks. Seit Beginn habe ich immer in Bands gespielt und habe versucht, stilistisch möglichst alles zu machen. Punk-Rock neben Trio-Jazz, Big Band neben freier Improvisation, etc. Ab ca. Dreissig habe ich dann versucht, mich zunehmend auf meine eigene Musik zu fokussieren und mich auch dem Solo-Spiel zu widmen.
Wie gehst du vor, wenn du selber einen Song schreibst oder ein Stück komponierst?
Ich bin eigentlich kein Komponist, aber es kommt ab und zu vor, dass mich ein Ensemble um ein Stück bittet. Dies eher im Bereich der zeitgenössischen Musik. Dann überlege ich mir, was ich von der jeweiligen Besetzung hören möchte. Das reicht vom Perkussions-Duo bis hin zum 11-köpfigen gemischten Ensemble. Wenn ich die Musiker*innen kenne, versuche ich, die Musik quasi auf deren Leiber zu schreiben. Oder ich mache das Gegenteil und hole sie aus der Komfortzone heraus. Das geschieht dann mit Textvorgaben, herkömmlicher Notenschrift oder auch mal mit grafischen Partituren und in Diskussionen an den gemeinsamen Proben.
Auf welchem Equipment spielst du heute?
Aktuell besitze ich ein Gretsch Stop Sign Badge-Set, vermutlich von 1981 in Walnuss. Das Set hat vorher Paul Lovens gehört. Ich halte es in Ehren. Es gefällt mir sowohl akustisch als auch optisch sehr. Daneben hat mir Roberto Spizzichino im Jahre 2001 ein Kupfer-Set gebaut. Extraklasse, allerdings im Moment nicht in Gebrauch. Meine Schüler*innen spielen auf einem hübschen, honiggelben Giannini-Set. An Becken spiele ich einige ganz tolle Cymbals von Marco Baumgartner, welche er z. T. für mich gemacht hat, und einige wenige Ks und Pre-Splits von Istanbul. An meinen Konzerten spiele ich auf einer Gretsch Round Badge Snare, bzw. auf einer kleinen, sehr alten Kinder-Marsch-Trommel. Diese begleitet mich nun seit über 30 Jahren, auch wenn ich solo spiele. Meine Konzert-Sets sind jeweils sehr klein; meist nur eine, max. zwei Trommeln und ein oder höchstens zwei Becken. Ich sehe mich als einen minimalistischen Maximalisten.
Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen?
Disziplin, ein langer Atem und früher manchmal auch etwas Verbissenheit, oder im schlimmsten Fall Termindruck. Heute vor allem Interesse, Neugierde, Freude am Spiel und die Gewissheit, dass es noch viel zu entdecken gibt. Ich übe und spiele nach wie vor regelmässig und mag den rituellen Charakter daran. Die Reise ist nicht zu Ende.
Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Das Schlagzeug ist ja nicht ein einzelnes Instrument, sondern eine Ansammlung verschiedenster Klangerzeuger mit jeweils ganz unterschiedlicher Herkunft, Geschichte und Klang. Das ist schon sehr einzigartig. Es ist mir auch im Unterricht wichtig, über den Tellerrand eines «normalen» Sets zu schauen und mit ganz individuellen instrumentalen Besetzungen zu experimentieren.
Worauf achtest du besonders beim Unterrichten?
Mir ist es wichtig, dass eine entspannte und stressfreie Atmosphäre entstehen kann, in der auch Humor ihren Platz finden kann. Gleichzeitig möchte ich eine ruhige, konzentrierte und ernsthafte Situation schaffen, in der es möglich ist, über sich selbst hinauszuwachsen. Das sind nur scheinbare Gegensätze. Grundsätzlich möchte ich, dass mein Unterricht Spass macht und motiviert.
Wie baust du deine Musikstunden auf?
Das kommt total auf die aktuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler drauf an. Manchmal wird zuerst über Alltägliches, oder persönliche Dinge gesprochen, dann wird entweder an der letzten Lektion angeknüpft, oder etwas Neues ausprobiert. Manchmal wird kaum ein Wort gesprochen und einfach gespielt, was der Moment verlangt und wir versuchen, 45 Minuten lang im Flow zu bleiben. Oder wir denken uns einfache Konzepte aus und experimentieren mit Dauern, Tempi, Dynamiken, Pausen, oder mit instrumentalen Beschränkungen. Manchmal hören wir uns Musik an und diskutieren darüber. Es geht auch darum, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für sein eigenes Spiel zu übernehmen. Bei anderen Schüler*innen ist viel Struktur gefragt, dann wird eher mit kleineren, sehr verschiedenen Lerneinheiten gearbeitet; ganz praktische Sachen wie Stocktechniken, Rudiments, Schlagzeug stimmen, oder Jazz spielen, was ich auch sehr gerne anbiete.
Wie gehst du bei Kindern vor?
Eigentlich genau gleich, also immer anders...
Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musiker?
Oh, da gab es in den insgesamt rund 1’600 gespielten Konzerten wirklich viele schöne musikalische und menschliche Momente, dafür bin ich sehr dankbar! Spontan kommt mir ein Solo-Konzert in Moskau in den Sinn. Nach dem Applaus kamen zwei junge Frauen auf die Bühne und überreichten mir kleine Geschenke. Das war schon sehr süss und bewegend.
Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
In Freiburg i. Br. in den 90er-Jahren. In einem riesigen Festzelt mit dem wunderbaren Albert Mangelsdorff und einem leider mittelmässigen Quartett. Vor rund 2’000 Menschen. Das Konzert war nicht besonders gut. Eine ziemlich grosse, trotzdem tolle Bühne ist die vom Jazzfestival Willisau, auf welcher ich schon mehrmals spielen durfte.
Mit welcher*welchem Musiker*in würdest du gerne einmal spielen?
Ich habe das grosse Glück, mit ganz tollen hiesigen und internationalen Musiker*innen zu arbeiten und vermisse eigentlich nichts. Wenn ich aber trotzdem einige Namen nennen soll: mit Björk oder Meredith Monk hätte ich gerne mal etwas gemacht. Oder auch mit Karlheinz Stockhausen, Yoko Ono und Joseph Beuys. Mit Björk, weil sie einfach toll ist. Mit Meredith Monk, weil ihre Musik sehr von der Bewegung ausgeht und meist szenisch ist. Mit Stockhausen, Ono und Beuys, weil sie auf ihre jeweilige Art die Grenzen der Musik dehnen und auch sprengen.
Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?
Ich nehme eine Festplatte mit meiner gesamten Sammlung mit…;-)
Im Moment dreht sich gerade «The Empty Foxhole» (1966) von Ornette Coleman auf dem Plattenteller. Mit dem wunderbaren Charlie Haden am Bass und dem gerade mal 10-jährigen Denardo, dem Sohn von Ornette, am Schlagzeug. Schon nur wegen dem Titelstück; Ornette Coleman spielt hier Trompete. Alles sehr frei, jede Stimme gleichwertig und darüber hinaus sehr poetisch und tief. Die nehme ich heute mit auf die Insel.
Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Am liebsten an kleinen, intimen Orten; Kunsträume, Galerien, Kapellen, in Kellern und Wohnzimmer.
Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Literatur, Kunst, Freunde, gutes Essen, Natur, Gesundheit