Learn drums with

Felix Neumann

Drumset und elektronische Drums (mit Ableton)

Felix ist Schlagzeuger, Live-Elektroniker und Komponist, der in diversen Formationen europaweit Konzerte spielt.

Price

10 lessons of 45 min.: CHF 840

For children, 30-minute lessons are also possible.

portrait of Felix Neumann

Location

Sulgenrain 24
3007 Bern

Instrument

Drums

Music style

Rock, pop, metal, jazz, latin, funk, punk, hip-hop, and drum n' bass

Level

Beginner and Advanced

Language

German and English

Age

Felix Neumann teaches students from 10 years

Interview with Felix Neumann

Welche*r Musiker*in hat dich am meisten beeinflusst?
Das waren je nach Lebensphase unterschiedliche Schlagzeuger. Als ich angefangen habe, waren es Leute wie Derek Roddy oder George Kollias. Später, während meines Studiums, waren es eher Musiker aus dem Jazz, zum Beispiel Peter Erskine oder Elvin Jones. Einen besonders grossen Einfluss hatten aber auch Menschen, die ich persönlich kennenlernen durfte, wie Frank Möbus, Oliver Steidle oder Max Stadtfeld.

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen Lehrer*innen?
Das Schlagzeug nicht nur als Rhythmus-Instrument zu sehen. Mich interessiert besonders, welche vielen Klangmöglichkeiten ausserhalb des klassischen Drumsets noch existieren und wie man diese nutzen kann. Ausserdem liegt mir der Spass am Zusammenspiel in unterschiedlichen Genres sehr am Herzen, genauso wie die Integration elektronischer Soundquellen und der für mich sehr meditative Aspekt des Trommelns.

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Bei mir hat das in der Schule angefangen, mit etwa zwölf Jahren. Ich wollte unbedingt mit Freunden eine Band gründen und habe mir dafür das Schlagzeug ausgesucht. Nach ein paar Probestunden war ich immer noch so motiviert, dass mir meine Eltern mein erstes Drumset gekauft haben. Seitdem habe ich eigentlich nie wieder damit aufgehört.

Wie gehst du vor, wenn du selber einen Song schreibst oder ein Stück komponierst?
Meistens fange ich mit einer Basslinie an. Dabei habe ich oft schon einen Schlagzeuggroove im Kopf. Danach versuche ich, eine passende Melodie zu finden und am Ende kommen noch ein paar Akkorde dazu.

In letzter Zeit versuche ich aber auch Stücke zu schreiben, bei denen ich zuerst mit den Drums anfange und darauf aufbauend den Rest entwickle.

Auf welchem Equipment spielst du heute?
Ich spiele auf einem kleinen Gretsch Catalina Jazz Kit, das ich inzwischen seit fast zehn Jahren besitze. In dieser Zeit habe ich gelernt, wie viele Möglichkeiten in diesem kleinen Set stecken. Mit dem richtigen Tuning ist es nicht nur ein Jazzkit, sondern ein sehr guter Allrounder. Meine Snare ist eine Ludwig Acrolite aus den 1960er-Jahren – eine der besten Snares, die ich je gespielt habe. Meine Becken sind alle von Istanbul Agop, bei den Fellen spiele ich einlagige, coated Felle von Aquarian und meine Sticks sind von Vater. Als elektronische Erweiterung nutze ich hauptsächlich Roland-Geräte: ein SPD-SX Pro mit Triggern und Ableton.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen?
Mein Perfektionismus – wobei der natürlich auch seine ungesunden Seiten hat. Aber er hat mich immer motiviert, meinen Übeplan konsequent durchzuziehen und nicht aufzugeben. Mit der Zeit ist das zum Glück etwas weniger geworden und ich gehe heute deutlich entspannter an mein Instrument heran.

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Was ich am Schlagzeug besonders liebe, ist die Körperlichkeit des Instruments. Man ist ständig in Bewegung und mit dem ganzen Körper und Kopf dabei – je nach Musikrichtung fast schon wie Sport. Ausserdem übernimmt das Schlagzeug in einer Band oft eine ähnliche Rolle wie ein Dirigent: Es beeinflusst stark, wie ein Song klingt und wie er wahrgenommen wird.

Worauf achtest du besonders beim Unterrichten?
Mir ist wichtig, dass der Spass am Musikmachen im Vordergrund steht. Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie schnell Frust entstehen kann, wenn etwas nicht sofort funktioniert. Manchmal ist es dann besser, eine Sache kurz ruhen zu lassen, etwas anderes zu üben oder einfach ein bisschen zu jammen und das zu spielen, was gerade Spass macht.

Wie baust du deine Musikstunden auf?
Erstmal frage ich natürlich nach den Hausaufgaben… Nein Spass ;-). Meistens schaue ich zuerst, wo wir in der letzten Stunde aufgehört haben und ob wir daran anknüpfen können. Dann frage ich auch, was mein Gegenüber überhaupt spielen oder lernen möchte. Je nach Situation machen wir ein bisschen Technik – wobei ich nicht der grösste Technik-Nerd bin. Mir ist vor allem wichtig, viel Musik zu spielen: mit Backingtracks oder manchmal spiele ich selbst Bass dazu, damit direkt ein Gefühl für das Zusammenspiel entsteht.

Wie gehst du bei Kindern vor?
Im Grunde ähnlich, nur etwas spielerischer. Wichtig ist, dass die Neugier erhalten bleibt und dass das Instrument Spass macht.

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musiker*in?
Ich bin mir gar nicht sicher, ob es ein einzelnes «tollstes» Erlebnis gibt. Besonders schön finde ich immer Situationen auf Reisen, wenn irgendwo eine Session oder ein kleines Konzert stattfindet und man einfach mitspielen kann. Dadurch lernt man unglaublich viele neue Menschen kennen und kommt sofort in Kontakt. Zwei Highlights waren für mich genau solche Situationen in Brasilien und auf den Azoren – einfach jammen, Leute kennenlernen und eine richtig gute Zeit haben.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
Das war wahrscheinlich in der Scheune in Dresden, als Vorband von Carnifex. Das ist allerdings auch schon fast zehn Jahre her.

Mit welcher/welchem Musiker*in würdest du gerne einmal spielen?
Ich würde sehr gerne einmal mit Thomas Morgan spielen. Ich bin ein grosser Fan seines Bassspiels.

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?
Jon Hopkins – Music for Psychedelic Therapy. Ein Freund hat mir diese Platte empfohlen, als es mir eine Zeit lang nicht so gut ging. Ich habe sie dann fast jeden Tag beim Spazierengehen gehört und sie hat mir wirklich sehr geholfen.

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Ich würde sehr gerne einmal auf dem Fusion Festival spielen. Ich habe gehört, dass es dort unglaublich viele unterschiedliche Musikrichtungen und Bühnen gibt und eine besondere Atmosphäre entsteht. Ich stelle mir das wie eine grosse Community vor.

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Gutes Essen und Reisen – das lässt sich zum Glück sehr gut miteinander verbinden. Und ausserdem schaue ich gerne Serien und Filme.