Instrumentor

Learn saxophone with

Vinzenz Wipfli

Alle Saxophonarten für diverse Musikstile

Vinzenz Wipfli fährt instrumentalistisch seit jeher zweigleisig: Mit Saxophon sowie Schlagzeug ist er in diversen Formationen aktiv. Seit 2021 organisiert und veranstaltet er die Konzertreihe JAZZIP in Zürich Seebach. Vinzenz ist eine vielseitig interessierte Person, die Inspiration aus Begegnungen schöpft und gerne Menschen auf ihrem musikalischen Weg begleitet.

Price

10 lessons of 45 min.: CHF 930

For children, 30-minute lessons are also possible.

portrait of Vinzenz Wipfli

Location

Regensbergstrasse 111
8057 Zürich

Vinzenz Wipfli also offers distance learning.

How does distance learning work for us?

Instrument

Saxophone

Music style

Jazz, blues, funk, pop, soul, fusion, and worldmusic

Level

Beginner and Advanced

Language

German and English

Age

Vinzenz Wipfli teaches students from 12 years

Interview with Vinzenz Wipfli


Welche*r Musiker*in hat dich am meisten beeinflusst?
Das ändert ständig. Immer wieder stosse ich auf unglaublich tolle Musiker*innen und Bands, die mich für eine Zeit lang intensiv begleiten. Dabei finde ich Anklang an deren Spiel, den Kompositionen, an den Texten, an den Klangfarben, den Rhythmen.

Im Moment lande ich immer wieder bei Rita Payes, Aaron Parks, Esperanza Spalding, Daniel Herskedal, Esbjörn Svensson, Vulfpeck, Snarky Puppy, MARO, Porcupine Tree, Kiev, Punch Brothers, Sting, Loyle Carner, Don Ellis, Béla Fleck And The Flecktones.

Auf dem Saxophon prägen mich wohl Cannonball Adderley, Dexter Gordon, Melissa Aldana, Joshua Redman, Kenny Garrett, Nubya Garcia, Walter Smith III, Sonny Rollins, Patrick Bartley.

Schlagzeugtechnisch bin ich immer wieder begeistert von Philly Joe Jones, Terri Lyne Carrington, Tony Williams, Karen Carpenter, Elvin Jones, Nate Smith, Larnell Lewis, Roni Kaspi, Manu Katché, Matt Garstka, Sara Thawer, Tamir Barzilay.

Auch gibt es wunderbare Schweizer Musiker*innen wie z.B. Reto Suhner, Sonja Ott, Florian Weiss, Lukas Mantel, Juliane Rickenmann, Valeria Zangger, Reto Anneler, Matthias Tschopp, Charlotte Lang, Linus Amstad, Christoph Grab, Sara El Hachimi, Nik Bärtsch und viele mehr.

Diese Liste ist nicht abschliessend und ich darf immer wieder neuen tollen Künstler*innen und Bands begegnen. Gerne können wir uns im Verlaufe unseres gemeinsamen Weges noch intensiver darüber austauschen.

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen Lehrer*innen?
Rhythmus (Polyrhythmen und Polymeter, Rhythmussprache, Miteinbezug von Körper), Sound, Verbindung von Körper und Instrument.

Bei Gelegenheit lernst du auch, dich auf dem Schlagzeug oder mit Perkussionsinstrumenten auszudrücken. :)

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Schon früh habe ich mich musikalisch ausgedrückt, Rhythmen auf dem Tisch geklopft, gesungen, die Schallplatten meiner Eltern durchforscht. In meiner Herkunftsfamilie hat die Musik im Allgemeinen und das Spielen von Instrumenten einen hohen Stellenwert. Mit 5 Jahren habe ich den Tisch durch das Djembe ersetzt und da dauerte es nicht mehr lange, bis das Schlagzeug hinzukam. Mit 7 Jahren absolvierte ich im Schulhaus Enge den Instrumentenparcour, habe das Saxophon entdeckt und seit da ist dieses Instrument mein treuer Begleiter.

Wie gehst du vor, wenn du selber einen Song schreibst oder ein Stück komponierst?
Das variiert je nach Stück. Manchmal beginnt es mit einer Melodie, manchmal entstehen am Klavier Klangfarben oder ein Ostinato, welche sich zu einer Komposition entwickeln. Auch kann zuerst ein Groove oder eine rhythmische Spielerei Ausgangslage sein. Oft lasse ich mich von anderen Musiker*innen und deren Musik inspirieren. Auch treffe ich mich gerne mit anderen Menschen und absorbiere deren Ideen. Der Prozess der Kollektivkomposition finde ich sehr bereichernd, da alle Beteiligten ihre musikalische Sprache einbringen können.

Auf welchem Equipment spielst du heute?
Altosax: Selmer Super Action Serie II mit Mundstück Vandoren V16 A9
Tenorsax: Mark VI mit Mundstück Vandoren V16 T9
Baritonsax: Mark VI mit Mundstück Vandoren V16 B7

Drums: Vintage Gretsch «Square Batch» aus den 80er Jahren.

All diese Instrumente erzählen eine Geschichte und sind mit Personen verbunden, die ich schätze. Mit allen verspüre ich eine Resonanz. Ich kenne die Instrumente mittlerweile und habe sie mit all ihren klanglichen Eigenschaften zu lieben gelernt.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen?
Ein breit gefächertes Interesse an Musikstilen sowie Klangfarben und die Zweigleisigkeit von Schlagzeug und Saxophon. Diese Zweigleisigkeit hat meine Fähigkeiten unter anderem in den Bereichen Gehörbildung, Rhythmus, Formempfinden, Zusammenspiel und Rollenverständnis nachhaltig gestärkt und geprägt.

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Für mich ist das Saxophon ein aussergewöhnlich ausdrucksstarkes Instrument. Ich erlebe seinen Klang als unglaublich wandelbar – er kann vom sanften Hauch bis hin zu einem kraftvollen, fast schreienden Ton reichen. Diese Nähe zum Gesang fasziniert mich besonders, weil sich Emotionen so unmittelbar ausdrücken lassen. Gleichzeitig empfinde ich das Saxophon als sehr intuitiv: Geöffnete Klappen bedeuten höhere, geschlossene tiefere Töne, was das Erlernen von Melodien und das Improvisieren erleichtert. Eine Klappe erlaubt den Oktavsprung (Oktavklappe). Am meisten begeistert mich, dass jede Person auf dem Saxophon mit der Zeit ihren ganz eigenen Klang entwickelt. Genau diese Mischung aus Ausdruck, Persönlichkeit und Zugänglichkeit macht es für mich einzigartig.

Worauf achtest du besonders beim Unterrichten?
Ich möchte einen schüler*innenzentrierten Unterricht anbieten.

In meiner pädagogischen Arbeit steht die Individualität der Lernenden im Mittelpunkt. Jede Person bringt eigene Voraussetzungen, Erfahrungen und Ziele mit. Diese Individualität möchte ich respektieren und Lernende in ihrer musikalischen wie auch persönlichen Entwicklung unterstützen. Unterricht verstehe ich deshalb als dialogischen Prozess, in dem Inhalte und Ziele gemeinsam entwickelt und reflektiert werden. Ich möchte einen individuell ausgerichteten, spielerischen Unterricht mit aktivem Musizieren und Mitgestalten der Lernenden anbieten.

Musik sehe ich als mögliches Mittel zur Förderung von Selbstwirksamkeit sowie Selbstvertrauen, emotionalem Ausdruck, intrinsischer Motivation und persönlicher Entwicklung. Ich möchte diese positiven Eigenschaften der Musik sowie deren Schönheit fassbar machen.

Das gemeinsame Musizieren ist mir besonders wichtig. Wir begegnen uns dabei auf Augenhöhe.

Die Arbeit mit mehreren Instrumenten empfinde ich als grosse Bereicherung und ich versuche diese Mehrdimensionalität gezielt in meinen Unterricht einzubeziehen, etwa in den Bereichen Gehörbildung, Rhythmus, Zusammenspiel und Rollenverständnis.

Wie baust du deine Musikstunden auf?
Das ist je nach Bedarf der Schüler*innen verschieden.

Grundsätzlich wird ein Warm-Up enthalten sein. Das können Körperübungen sein, welche die Atmung, die Körperhülle im Allgemeinen, die Wirbelsäule etc. ansprechen. Diese ermöglichen es uns, im Raum und im Moment anzukommen und wirken oft beruhigend bzw. stressreduzierend.

Technische Übungen will ich mit gewünschten Stücken verbinden.

Es soll viel Musik im Unterricht geschehen. Musik im Duo, zusammen am Sax, ich am Schlagzeug oder am Klavier.

Übungen zu Rhythmus und Improvisation werden Teil des Unterrichts sein. Dabei gehe ich von den Bedürfnissen der Lernenden aus.

Alles soll dabei helfen, die eigene musikalische Stimme zu finden und/oder zu festigen.

Wie gehst du bei Kindern vor?
Ebenfalls ausgehend von der Schüler*innen.

Spielerisch, abwechslungsreich und in einem auf das Kind abgestimmten Tempo, so dass Erfolgserlebnisse möglichst oft kultiviert werden können.

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musiker?
Da gibt es viele. Grundsätzlich sind es Konzerte, Proben, Aufnahmen oder Begegnungen mit Menschen, die ich als Personen sehr schätze und mit denen die Musik zu leben beginnt.

Ein paar Beispiele, die mich alle auf unterschiedliche Weise begeistert und geprägt haben:

Aufnahmeweekend mit dem Projekt Findling

Für ein verlängertes Wochenende waren wir in einem Tonstudio im Jura und haben unser erstes Album eingespielt. Der Prozess, die Natur, die wohlwollende Atmosphäre, das Gemisch aus konzentrierter Aufnahmesession und ausgelassenen Kocheinsätzen sowie Spielrunden haben diese Zeit zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Probeweekend, Aufführung und Liveaufnahmen mit Conte à Quatre

Ein verlängertes Wochenende voller intensiver Probenarbeit, musikalischem Austausch und gemeinsamer Entwicklung neuer Ideen. Erarbeitet wurde ein Konzertprogramm mit anschliessender Aufführung sowie Live- und Filmaufnahmen – eine bereichernde Erfahrung in inspirierender Atmosphäre.

Konzerte und Proben mit Pampa Express

In diesem Projekt vermischen sich argentinische Volksmusik mit Jazz. Das Zusammenspiel toller Musiker*innen unterschiedlichen Alters, die Möglichkeit zwischen Saxophon und Percussion zu wechseln, die für mich besonderen Klangfarbe von Bratsche, Cello und Bandoneon und die Proben, das Fotoshooting und Auftritte vor tanzendem Publikum machen dieses Projekt besonders prägend.

Workshop mit B.C. Manjunath

Erst kürzlich durfte ich an einem Workshop mit B.C. Manjunath teilnehmen, der für vier Tage andauerte. Er ermöglichte einen tieferen Einblick in die Konnakol-Kunst und eröffnete neue Perspektiven auf Rhythmus, Improvisation und Komposition. Die intensive Arbeit mit einer vielfältigen Gruppe von Musiker*innen verschiedener Hochschulen war inspirierend und wurde mit einem gemeinsamen Konzert abgeschlossen.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
In Erinnerung geblieben sind unter anderem Auftritte im Theater Uri mit dem Musikverein Seedorf und dem Quartett Conte à Quatre sowie Konzerte im Moods.

Hier will ich anfügen, dass die Grösse der Bühne nichts über die Qualität des Konzerts aussagt. Wenn eine Verbindung innerhalb der Muszierenden und mit dem Publikum entsteht, die Leute emotional angesprochen werden, die Musik resoniert und allenfalls gar zum Tanzen anregt, kann ein Wohnzimmerkonzert genauso in Erinnerung bleiben, wie ein Konzert auf grossen Bühnen.

Mit welcher*welchem Musiker*in würdest du gerne einmal spielen?
Da gibt es sehr viele. Generell geniesse ich es, wenn ich die Musik von anderen Personen unterstützen darf oder meine eigene von tollen Musiker*innen zum Leben erweckt wird. Die Interaktion, der gemeinsame Prozess und die verschiedenen musikalischen Hintergründe, die zusammenkommen, empfinde ich grundsätzlich als Bereicherung.

Um trotzdem ein Beispiel zu nennen:

Mit Daniel Herskedal zu spielen, wäre sicherlich sehr interessant. Die Kombination von Tuba, Basstrompete, Baritonsax gepaart mit Looping und perkussiven Einsätzen auf den Instrumenten, stelle ich mir sehr eindrücklich vor.

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?
Im Moment gäbe es wohl drei Kandidaten:

Voyage – Daniel Herskedal

Falling Bough Wisdom Teeth – Kiev

Little Big II: Dreams Of A Mechanical Man – Aaron Parks

Die Musik berührt, bewegt und beruhigt mich, ermöglicht Entspannung, erzählt Geschichten und ist abwechslungsreich.

Diese Auswahl kann und wird sich jedoch sicherlich wieder ändern.

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Da habe ich keine konkrete Bühne im Auge. Tolle Konzerterfahrungen sind auch in kleinstem Rahmen möglich. Grundsätzlich möchte ich auf Bühnen spielen, auf welchen die Interaktion mit den Mitmusiker*innen und dem Publikum möglich ist und die Akustik dynamisches Spiel erlaubt.

Ich bin seit klein auf grosser Fan des Zirkus Monti. Es wäre wortwörtlich ein Kindheitstraum, ein Programm mit dem Zirkus zu bestreiten. Da müsste ich bei einem Anruf nicht lange überlegen. :)

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Sozialer Austausch und das Pflegen von Beziehung aller Art, Natur, Bewegung, Comics und Graphic Novels, Gesellschaftsspiele aller Art mit tollen Menschen, Kulinarik