«Musikalisch bin ich ein Hausschwein.»

Er kauft ein Schlagzeug, weil sein Sohn eines will – und fängt Jahre später selbst an, damit zu spielen. Seither sind fast 10 Jahre vergangen. Heute ist Jürg in drei Bands mit dabei, tritt gelegentlich auf und hat seine grosse Freude an der Musik behalten. Was davor und dazwischen geschah und wie breit sein Musikgeschmack ist, wird hier erzählt.

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Jürgs Geschichte mit der Musik fängt so an, wie alle Geschichten mit der Musik in der Schweiz anfangen: Mit dem Blockflötenunterricht. Später spielt er als Kind Gitarre, hört dann aber auf. Irgendwann verschenkt er sein Instrument sogar.

Erst mit etwa 37 Jahren beginnt ihn das Thema erneut zu interessieren. Diesmal richtig. Er kauft sich wieder eine Gitarre und nimmt Stunden. Gleichzeitig spielt er oft in einer Gruppe mit Freunden. Da sie alle Gitarristen sind, wechselt er zuerst auf die Bassgitarre und später auf das slawische Instrument Berda, eine Art Kontrabass mit Bünden.

Zum Glück will sein Sohn Schlagzeug spielen.

Wenn Jürg von der Musik spricht, funkeln seine Augen. Mit dieser Freude steckt er auch seinen Sohn an, der früh beginnt, Cembe zu spielen und später ein Schlagzeug erhält. Ähnlich wie er selbst hört sein Sohn als Jugendlicher aber auf mit der Musik. Seither steht das Schlagzeug in der Wohnung herum und sammelt Staub.

Bis Jürg eines Tages, da ist er rund 60 Jahre alt, dies schade findet. Und so landet er zuerst via Instrumentor bei Maxime. Von ihm erlernt er die technischen Grundlagen. «Maxime ist ein toller Didakt und ein sehr motivierender Mentor», betont Jürg. Dass sich die beiden von Anfang an sehr gut verstanden, war wichtig für die raschen Fortschritte und Jürgs anhaltende Freude am Schlagzeug.

Diese bringt ihn später an einen «Tag der offenen Tür» von Instrumentor. Dort spielt er erstmals in einer Ad-hoc-Band als Schlagzeuger mit und merkt, wie sehr ihm dies gefällt. Er meldet sich für den Bandworkshop an und wird durch das Zusammenspiel mit anderen immer sicherer.

Kurz nach dem ersten Auftritt kommt schon die zweite Band.

In einem Alter, in dem manch Musiker*in seine Karriere schon beendet hat, folgt Jürgs erster Auftritt. Er hat sich bei sieben Bläsern gemeldet, die von alten deutschen Schlagern bis Dixieland spielen.

Bald darauf sucht er eine zweite Band, die Jazz spielt. Die findet er auch, worauf er den Bandworkshop nach drei Jahren verlässt. Zwei Bands sind genug, den Einzelunterricht mit Maxime setzt er jedoch fort. «Ich brauche ein Echo, das hilft mir, voranzukommen», begründet er, warum er nun schon seit fast 10 Jahren Stunden via Instrumentor nimmt.

Dabei steht für Jürg der Spass am Spielen und die Freude an der Musik an erster Stelle. «Ich war bisher in jeder Band der schlechteste Musiker», lacht er verschmitzt.

Der Allesfresser kommt zum Tanz.

Es überrascht nicht, dass jemand mit so einem breiten Repertoire wie Jürg viele Musikrichtungen mag. Selbst bezeichnet er sich als «Allesfresser» oder «Hausschwein». Ob Rock, Pop oder Jazz: Jürg mag Musik in ihren Facetten und hört gerne auch Radio.

Dazu passt auch, dass sich Jürg 2021 einer weiteren Band anschloss. Natürlich wieder mit einer neuen Ausrichtung. Diesmal geht es um Tänze (von Swing über Walzer bis Latin). Dieses Jahr stehen einige Auftritte an, einer davon im Zürcher Volkshaus.

Mittlerweile spielt Jürg gern vor Publikum, dies ist aber nicht das Wichtigste für ihn. «Ich möchte eine gute Zeit haben und meine Freude behalten – ohne Druck und ohne Stress», meint der rundum zufriedene Jürg abschliessend.

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