«Geschwänzt habe ich noch nie.»

Als Lehrerin beschäftigt sich Tamara stark mit der Frage, wie guter Unterricht aussehen soll. Als Schülerin bei Instrumentor hat sie sich in kurzer Zeit genügend Wissen angeeignet, um ihr erstes Album aufzunehmen. Auch, weil es keinen starren Lehrplan gibt.

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Schon früh war Musik in Tamaras Leben wichtig. Zu Hause bei ihren Eltern liefen Jimi Hendrix und The Rolling Stones. Selbst lernte sie Querflöte und spielte in der Blasmusik. Sie wählte Musik im Gymnasium als Schwerpunktfach, war im Sinfonieorchester und in einer Band. Ebenfalls nahm sie Gesangsunterricht an der Jazzschule St. Gallen.

So präsent Musik in ihrem Leben stets war, entscheidet sie sich dann dagegen, ihre Leidenschaft auch zu studieren. Stattdessen wählt sie Germanistik und Geschichte, später wird sie Lehrerin.

Wie aus der Lehrerin eine Schülerin wird.

Doch die Musik verschwindet nicht aus ihrem Hinterkopf. Irgendwann, sie ist rund 30-jährig, entschliesst sie sich, weiterzumachen. Sie findet Instrumentor und ist begeistert vom Angebot. «Es gibt kein fixes Programm für alle Schüler*innen, hier kann ich mich individuell einbringen und gezielt diejenigen Fähigkeiten verbessern, die ich will», fasst sie den Hauptvorteil für sie persönlich zusammen.

Dies hat auch ganz praktische Aspekte. Als Mutter einer kleinen Tochter ist sie während des Semesters stark eingespannt und hat wenig Freizeit. Während der unterrichtsfreien Zeit hingegen ist sie flexibel und kann sich Zeit nehmen für ihre Leidenschaft. Der starre, klassische Wochenplan hätte für sie nicht funktioniert. «Auf Instrumentor kann ich mir die Zeit selbst einteilen, das bedeutet mir sehr viel», fasst sie zusammen.

Sie betritt die Bühne.

Tamara nimmt Gitarren-, Klavier- und Gesangsunterricht. Die Freude an der Musik ist immer noch da. Sie merkt, dass sie mehr aus ihrem Talent machen will – und gründet eine Band. Schwer tut sie sich damit, ihre Stilrichtung zu kategorisieren. «Singer/Songwriter» ist wohl am ehesten das Label, das zu ihr passt, aber es wäre zu eingrenzend.

Denn Tamara mag Billie Holiday, Elena Duni und Sophie Hunger. Aber ebenso hört sie gern Hip-Hop, Klassik, Flamenco, Metal oder Punk. «Neue Musik regt mich an und bringt mich weiter, darum geht es ja», erklärt sie.

Wie es zu ihrem Album kommt.

Als sie schwanger ist, wird Tamara bewusst, dass sie wahrscheinlich bald nicht mehr so einfach auf der Bühne stehen kann. Dies bringt sie auf eine Idee: Sie weiss, dass sie dafür mehr Zeit hat, um Musik aufzunehmen. Also bucht sie über Instrumentor einen Recording-Kurs.

Wenn Tamara auf die Branche schaut, sagt sie: «Heute wird in der Musik-Industrie viel ausgelagert – vom Komponieren bis zum Marketing. Das entspricht nicht meiner Art». Lieber kümmert sie sich ganz und gar selbst um ihre Musik. «Dies mag weniger professionell sein, dafür spürt man meine Handschrift und ich kann viel lernen», so ihr Fazit. Auch hier merkt man ihren Ehrgeiz.

Tamara geht sehr zielstrebig vor. Sie bereitet sich intensiv vor, um ihren Unterricht so gut wie möglich auf ihre Bedürfnisse anzupassen. Am Ende gelingt es ihr, in 16 Lektionen ihr Album – sieben Songs – komplett einzuspielen und zu bearbeiten.

Der Unterricht hat sie nicht nur musikalisch weitergebracht.

Als Lehrerin beschäftigt sich Tamara gerne und intensiv mit pädagogischen Fragen. Wie vermittelt man Wissen, so dass es hängenbleibt und alle Beteiligten Freude haben? Natürlich lässt sich individueller, freiwilliger Einzelunterricht nicht einfach mit dem Schulwesen vergleichen. Dennoch betrachtet sie Instrumentor als pädagogisches Vorzeige-Projekt. Vertrauen und Selbstbestimmung stehen im Zentrum, was nicht selbstverständlich sei.

Kein Wunder, ist ihre Freude an der Musik nach wie vor ungebrochen. Dies möchte sie beibehalten, deshalb setzt sie sich nicht mit Plänen oder Vorgaben unter Druck. Klar, wäre es schön, wenn Auftritte und neue Songs einen noch grösseren Anteil an ihrem Leben hätten, aber die Tatsache, dass sie ohne wirtschaftlichen Druck singen und spielen kann, schätzt sie sehr.

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