E-Gitarre, Westerngitarre und Klassische Gitarre lernen bei

André Brügger

E-Gitarre, Westerngitarre & klassische Gitarre von Funk bis Bossa Nova

André Brügger ist ein stilistisch breitgefächerter Live- und Studiogitarrist. Er spielt und unterrichtet E-Gitarre, Western Gitarre und Nylon Gitarre.

André Brügger bietet auch Fernunterricht an.

Wie funktioniert Fernunterricht bei uns?

Preis

10 Lektionen an 45 Min.: CHF 790

Für Kinder sind auch 30-minütige Lektionen möglich.

Porträt von André Brügger

Standort

Greyerzstr. 25
3013 Bern

Instrument

E-Gitarre, Westerngitarre und Klassische Gitarre

Musikstil

Funk, Soul, Rock, Fusion, R'n'B und Bossa Nova

Niveau

Fortgeschrittene, Master und Anfänger

Sprache

Deutsch, Englisch und Französisch

Alter

André Brügger unterrichtet Erwachsene und Kinder ab 14 Jahren

Interview mit André Brügger

Welche*r Musiker*in hat dich am meisten beeinflusst?
Das ist bei mir sehr schwierig zu sagen, weil ich stilistisch sehr offen bin. Es gibt in verschiedensten Stilrichtungen Musiker*innen, die mich stark geprägt haben. Meine erste grosse musikalische Liebe war Roxette. Bis heute habe ich eine Schwäche für die Musik der 80ies. Aber angefangen Gitarre zu spielen, habe ich wohl wegen Bands wie Nirvana und Green Day. Die ersten Lieder, die ich gelernt habe, waren aber von Mani Matter, den ich immer noch als einen meiner grössten Einflüsse betrachte.
Angefangen Stunden zu nehmen habe ich aber, weil ich unbedingt das Solo von Hotel California spielen wollte. Von dem her sind die Eagles auch ganz weit oben auf der Liste. Dann kamen natürlich Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan, aber auch Sting. Später, als ich Jazz studierte, John Scofield, Pat Metheny, Kurt Rosenwinkel, Bill Frisell etc. Aber ich wurde natürlich nicht nur von Gitarristen beeinflusst: Kind Of Blue von Miles Davis war sicher eines der prägendsten Alben für mich.
Und obwohl ich selber kein Slide spiele, ist Derek Trucks wohl der „beste“ Gitarrist auf dem Planeten. Ich kenne niemanden, der so viel Seele in sein Spiel packt. Und ganz aktuell: 2020 hat der Top Nashville Studio Gitarrist Tom Bukovac aus der Not heraus einen Youtube-Kanal erstellt, wo er täglich Videos gepostet hat. Ich weiss nicht, wann mich zum letzten Mal jemand so inspiriert hat.

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen Lehrer*innen?
Rhythmus und Groove spielen in meinem Unterricht sicher die grösste Rolle. Die rechte Hand wird meiner Meinung nach zu oft vernachlässigt im Gitarrenunterricht. Und das ist völlig Genre unabhängig. Ich hatte schon öfters fortgeschrittene Schüler*innen, die technisch zwar schon ziemlich fit waren, die aber keine Note wirklich "in time" spielen konnten. Sobald man das mal korrigiert, fängt es auf einmal an nach Musik zu tönen.

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Zuerst habe ich meinen älteren Brüdern auf die Finger geschaut. Danach hat mir mein Musiklehrer in der Schule die "Lagerfeuer Akkorde" beigebracht. Dann habe ich ein paar Jahre lang selbst gewurstelt bis ich Hotel California von den Eagles spielen wollte. Das hat dann in Zeiten vor Youtube meine autodidaktischen Fähigkeiten überstiegen, weshalb ich meine erste Gitarrenstunde genommen habe.

Wie gehst du vor, wenn du selber einen Song schreibst oder ein Stück komponierst?
Meist ist da zuerst ein Riff oder Begleitpattern. Manchmal auch nur ein neues Voicing, das ich auf der Gitarre entdeckt habe. Von da aus entsteht der Groove und die Form. Die Melodie kommt erst am Schluss.

Auf welchem Equipment spielst du heute?
Das kommt ganz auf die Situation drauf an. "The right tool, for the right job" ist meine Devise. Vor allem was den Verstärker betrifft. Da ich viel Theatermusik mache, habe ich diverse digitale Lösungen. Der Trend geht immer mehr zur stillen oder zumindest sehr leisen Bühne. Da fährt man mit Sachen wie dem Line6 Helix, dem Fractal System oder dem Kemper am besten. Ausserdem sind die voll programmierbar und man muss während der Show nicht mehr so viel überlegen ;-) Wenn ich einen Rock, Blues oder Funk Gig spiele, bevorzuge ich im Moment immer noch Röhrenverstärker. Aktuell ist der „Nightingale“ von der Aarauer Firma „Blackhole“ mein Favorit.
Bei den Gitarren durchlaufe ich immer wieder Phasen. Im Moment stehe ich gerade total auf meine Gibson SG. Aber grundsätzlich fühle ich mich auf einer Strat am wohlsten.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen?
Ich habe keine Mühe stundenlang allein im Kämmerchen zu sitzen. Das hilft. Ausserdem kann ich ziemlich stur sein. Wenn ich was rauskriegen will, höre ich nicht auf, bis es geht.

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Die Gitarre ist für mich sicher das "vielsaitigste" Instrument ;-) Es gibt kaum ein Genre, bei dem die Gitarre keine Rolle spielt: Blues, Rock, Jazz, Funk, Pop, Country, Singer Songwriter, R n' B, klassische Musik... Das macht es manchmal auch schwierig seinen Fokus zu finden. Ausserdem kommt die Gitarre vom Ausdruck her, meiner Meinung nach, der menschlichen Stimme am nächsten, da man mit Bendings und Slides etc. unendlich viele Abstufungen zwischen den Tönen finden kann. Derek Trucks Solo auf "Until You Remember" ist wohl das beste Beispiel, das ich dafür kenne.

Worauf achtest du dich besonders beim Unterrichten?
Das erstens der Spass nicht zu kurz kommt und das die Schüler*innen wissen, was sie wollen. "Ich möchte Gitarre lernen." ist ein sehr generelles Statement. Reden wir von Stevie Ray Vaughan oder Kurt Cobain? Was gefällt dir? Was genau möchtest du können? Wenn man klare Ziele hat, erreicht man sie auch eher.

Wie baust du deine Musikstunden auf?Das ist sehr individuell. Am liebsten fange ich mit ein wenig Improvisation an, um die Finger zum laufen zu bringen. Aber viele mögen nicht so gern improvisieren, vor allem gleich am Anfang. Dann mache ich vielleicht eine Technikübung zum aufwärmen. Dann arbeiten wir am aktuellen Thema. Aber wie gesagt: das ist sehr individuell. Danach schicke ich den Schüler*innen eigentlich immer ein Video, oder einen Backingtrack und die Noten zum Üben.

Wie gehst du bei Kindern vor?
Sehr ähnlich. Ausser dass ich mit Kindern mehr Spiele mache - Improvisationsspiele z.B. Und ich arbeite mehr mit Büchern, da es Kinder manchmal motiviert, wenn sie Sachen „abhäckeln“ können.

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musiker?
Letztes Jahr durfte ich zum ersten Mal mit dem Berner Symphonie Orchester im Stadttheater Bern spielen. Das ist für mich einer der schönsten Säle in der Schweiz. Ausserdem bin ich es mir als E-Gitarrist nicht gewöhnt in Streicherwolken eingebettet zu sein. Das war toll.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
Das wäre wohl der Bundesplatz. Ich glaube es war ein Anlass der BKB oder der Nationalbank. Aber der Platz war locker gefüllt. Ca. 2000 Leute.

Mit welcher*welchem Musiker*in würdest du gerne einmal spielen?
Wahrscheinlich Sting. Ich liebe alle seine Stücke und er hat es als einer der letzten geschafft, wirklich hochstehende Popmusik zu machen. Harmonisch und rhythmisch sind die Songs oft sehr komplex und doch sehr eingängig.

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?
Das ist zu schwer. Wahrscheinlich einen Sampler? Okay das ist geschummelt, ich weiss. Vielleicht "Cocoon Crash" von "K’s Choice". Da hat’s keinen schlechten Song drauf.

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Wie gesagt: das Stadttheater Bern hat sicher eine der schönsten Bühnen. Da spiele ich sehr gerne. Ein Traum von mir wäre noch die Gurten Hauptbühne. Das hat bisher leider noch nicht geklappt.

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Zusammensein mit guten Freunden, gutes Essen, Sport und ab und an mache ich Fotos für Leute.