Cello lernen bei

Anna Blanka Hamberger

Violoncello und Barockcello für Barock, Klassik, frühe Romantik und Pop

Anna Blanka Hamberger ist fixes Mitglied in verschiedenen Kammermusikgruppen und grösseren Ensembles. Die historisch informierte Aufführungspraxis liegt ihr sehr am Herzen.

Preis

10 Lektionen an 45 Min.: CHF 840

Porträt von Anna Blanka Hamberger

Standort

Spalenvorstadt 36
4051 Basel

Instrument

Cello

Musikstil

Barock, Klassik, Romantik und Pop

Niveau

Anfänger, Fortgeschrittene und Master

Sprache

Deutsch, Englisch und Italienisch

Alter

Anna Blanka Hamberger unterrichtet Erwachsene

Interview mit Anna Blanka Hamberger

Welche*r Musiker*in hat dich am meisten beeinflusst?
Ich habe das Glück, schon ganz wunderbare Begegnungen mit tollen Musiker*innen erlebt zu haben, von welchen mich viele davon auf irgendeine Art beeinflusst haben. Doch die direktesten und stärksten Inputs habe ich sicher von meinem Hauptfachdozenten Orfeo Mandozzi bekommen. Nicht nur musikalisch und technisch auf dem Cello, sondern auch als Pädagoge und Mensch hat er mich sehr geprägt.

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen Lehrer*innen?
Ich habe mich mit dem Barockcello auf die alte Musik spezialisiert. Durch zahlreiche Meisterkurse und in meinem Studium konnte ich viel Wissen im Bereich der historischen Aufführungspraxis sammeln. Die barocke Klangsprache, Artikulation, Phrasierung und die musikalische Gestaltung können gleichermassen auf dem modernen Cello umgesetzt werden. Wenn das Interesse mehr bei der Popularmusik liegt, kann man (fast) jedes Lied und Musikstück auch auf dem Cello spielen. Gibt es keine Noten zu kaufen oder zum Download, kann ich die Musik für Cellosolo oder Duo arrangieren.

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Es ist nicht wirklich eine Anekdote, wie ich gelernt habe, Cello zu spielen, aber trotzdem wie ich zu dem Instrument gekommen bin: Da meine beiden grossen Geschwister bereits Klavier und Violine spielten, war für mich klar, dass ich auch ein Instrument lernen will - aber natürlich auf keinen Fall Klavier oder Violine. Mit zarten drei Jahren habe ich dann meiner Mama erklärt, dass es das Cello sein soll. Verwundert, woher ich überhaupt weiss, dass es dieses Instrument gibt und dass ich weiss, wie es heisst, fragte sie mich: „Ja, meinst du das Instrument, das man zwischen den Füssen hält und so streicht?“ Und ich als selbstbewusst junge Damen habe geantwortet „Jo, Mama, säg i doch, mein i doch!“

Auf welchem Equipment spielst du heute?
Ein 7/8 französisches Cello aus dem 19. Jahrhundert, welches eine Leihgabe einer Stiftung ist, ein Barockcello gebaut um 1750 und eine Gambe nach Michel Colichon von Stephan Schürch.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen?
Sturheit und Kreativität - ich habe relativ kleine Hände mit kurzen Fingern und alle meine Lehrer*innen hatten immer sehr grosse Hände mit einer riesen Spannweite. Da sie mir bei manchen Problemen und Fingersatzfragen nicht aus eigener Erfahrung helfen konnten, musste ich mir selber helfen und stur meine eigene kreative Lösung finden.

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Das Cello kann wunderbar tief und warm sein, aber auch hoch und brilliant. In der Mittellage singt man die schönsten Kantilenen oder tänzelt eine witzige Melodie. Man hat die Möglichkeit, einen stabilen Bass, die interessante Mittelstimme oder die singende Oberstimme zu spielen - und das alles im selben Stück und ohne das Instrument wechseln zu müssen. Der Cellokorpus kann auch wunderbar als Perkussionsinstrument verwendet werden und es verstecken sich wahnsinnig viele und spannende Geräusche im Cello. Viele Tiere, quietschende Türen und knarzende Böden vom Gruselschloss oder ein Sommergewitter können toll nachgespielt werden.
Das Cello ist auch extrem vielseitig in den verschiedenen Musikgenres anzutreffen: barocke Cellosonaten, in der Klassik als Kammermusikinstrument, wunderbare Solokonzerte in der Romantik, auch Rock oder sogar Heavy Metal in der Popularmusik und selbstverständlich in der Volksmusik.

Worauf achtest du dich besonders beim Unterrichten?
Die Freude an der Musik, der Spass am Instrument und die individuelle Zielsetzung mit Einbezug auf die Wünsche und Bedürfnisse der/des Schülerin/Schülers. Ich habe mir selber sehr viel autodidaktisch beigebracht, ein wenig nach dem Prinzip „learning by doing“. Dadurch habe ich gelernt lösungsorientiert zu arbeiten: das Problem erkennen und einen Weg finden, das gewünschte Ziel mit dem kleinsten Energieaufwand zu erreichen. Genau dasselbe passiert im Unterricht. Gemeinsam herausfinden was nicht klappt und warum es nicht klappt und dann biete ich die Hilfsmittel und Werkzeuge, um das Cellospielen einfacher zu machen. Mir ist es sehr wichtig, die richtige Technik, Handhaltung, Position für jede*n einzelne*n Cellist*in zu finden.

Wie baust du deine Musikstunden auf?Nach dem Stimmen nehme ich gerne ein wenig Zeit zum einspielen. Das können ganz verschiedene Übungen und auch Spielereien sein. Der Ablauf der restlichen Stunden ist davon abhängig, was die/der Schüler*in mitbringt - was wurde geübt, wo gibt es Fragen, was sind die Wünsche. Ich versuche aber immer etwas bekanntes zu wiederholen und etwas neues mitzugeben. Zur Auflockerung dazwischen mache ich gerne Körperübungen, ein wenig Hörtraining oder Improvisationen etc. Am Ende wird vor allem bei Kindern noch einmal die ganze Stunde zusammengefasst und gegebenenfalls aufgeschrieben, was wie zu Hause geübt werden soll.

Wie gehst du bei Kindern vor?
Mir ist es wichtig, dass es den Kindern Spass macht. Mit Verbindungen zu den Interessensgebieten der/des Schülerin/Schülers versuche ich einen spannenden Unterricht zu geben. Das Cello mit seinen vier leeren Saiten bietet sich an, schnell die Basslinie zu bekannten Liedern zu spielen. Wenn der Unterricht im August startet, kann auch schon zu Weihnachten der Familie die ersten Lieder vorgetragen werden. Mit Improvisationen zu Bildern, Erlebnissen oder einem Streifzug durch den Zoo soll die Kreativität gefördert werden.

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musikerin?
Mein Masterprojekt war ein sehr tolles Erlebnis vom ersten Einfall bis hin zum Konzert als Abschluss meines Studiums. Die Idee des Projekts war, Stücke aus verschiedenen Epochen für Celloensemble original und auch arrangiert vorzutragen. Dabei entstand ein spannendes Programm mit Werken, welche ich zum Teil selber umgeschrieben hatte und das Gefühl dann, die ausgedruckten Noten in den Händen zu halten und die Musik dann bei den Proben und im Konzert zu erleben und selbst zu spielen, war schon besonders und ich war auch stolz auf meine Arbeit.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
Als Teil vom Sinfonieorchester bzw. dem Chor der Zürcher Hochschule der Künste war sicher die Zürcher Tonhalle ein Highlight. Im kleinen Ensemble erinnere ich mich gerne an ein Konzert im Radio-Kultur-Haus in Wien mit Live Übertragung zurück.

Mit welche(r)m Musiker*in würdest du gerne einmal spielen ?
Mir scheint es, dass bei Konzerten von L’Arpeggiata und La chimera die Menschen auf der Bühne sehr viel Spass haben. Es wäre sicher spannend und lustig mit diesen beiden Ensembles einmal zu musizieren.

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?
Die Liveaufnahmen der Beethoven Sinfonien von Frans Brüggen.

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Es gibt ein paar Konzertsäle, die mir als "Karriereziel" in den Sinn kommen, aber wenn es gute Musik ist, tolle Mitmusiker*innen dabei sind und das Publikum begeistert ist, könnte es auch in einer Garage oder in einem Stall ein wunderbares Konzert sein.

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Mit meiner eigenen Familie Zeit zu verbringen, spannende Abenteuer zu erleben, aber auch zu Hause einen entspannten Film-Marathon zu machen oder einen Kuchen zu backen. Eines meiner grossen Interessengebiete ist die Psychologie, ich möchte in Zukunft eine Weiterbildung in klinischer Musiktherapie machen.