Gesang lernen bei

Daniela Ruth Stoll

Gesang für klassische Musik

Daniela Ruth Stoll singt auf verschiedenen Opernbühnen und arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Anthony Pilavachi. Sie ist vor allem im Mozart- und Belcanto-Fach zu Hause.

Preis

10 Lektionen an 45 Min.: CHF 840

Porträt von Daniela Ruth Stoll

Standort

Niederglatterstrasse 3
8184 Bachenbülach

Instrument

Gesang

Musikstil

Klassik, Oper und Musical

Niveau

Anfänger, Fortgeschrittene und Master

Sprache

Deutsch, Englisch und Japanisch

Alter

Daniela Ruth Stoll unterrichtet Erwachsene

Interview mit Daniela Ruth Stoll

Welche(r) MusikerIn hat dich am meisten beeinflusst und warum?
Das mag nun sehr klischeehaft klingen, aber Mozart hat mich als Sängerin und Musikerin geprägt und geformt wie kein anderer. Das Ausmass, in dem mich dieser Komponist geprägt und mir stimmlich den Weg gewiesen hat, kann ich gar nicht untertreiben. Natürlich wurde ich auch von zahllosen GesangspädagogInnen und SängerInnen beeinflusst und inspiriert.

Was kannst du mir gesanglich besser beibringen als alle anderen LehrerInnen?
Singen zu lernen ist zu grossen Teilen die Schulung von Intuition, das Verstehen und bald das Kontrollieren des eigenen Instruments. Ich möchte keine Schablone über Dich stülpen, sondern Dir beibringen, Dein Instrument, so einzigartig wie es ist, beherrschen zu lernen und dabei das Wichtigste, die Musik nicht zu vergessen. Da ich selber auf diesem Weg in viele Fallen getappt bin, glaube ich, sehr viele Deiner technischen Probleme zu kennen und habe dafür Lösungsansätze bereit.

Wie hast du singen gelernt?
Ein Schlüsselerlebnis war die Begegnung mit einer Privatlehrerin: Vilislava Gospodinova (übrigens auch bei Instrumentor, in Bern). Im 3. Studienjahr meines Bachelors besass ich noch wenig Technik, aber viel Talent und Musikalität. Sie nahm mich beiseite und sagte mir: «Du hast eine sehr schöne Stimme. Was du jetzt brauchst, sind Muskeln.». Von da an besuchte ich sie wöchentlich und lernte endlich, mit System zu singen. Wir wiederholten oft dieselben Übungen und ich arbeitete hart. Sie war streng, konsequent und liebenswürdig. Das war damals meine Rettung.

Auf welchem Equipment spielst du heute?
Zum Üben benutze ich ein Tasteninstrument, einen Flügel oder ein Klavier. Dies hilft mir, die Harmonie zur Melodie zu verstehen und entsprechend musikalische Entscheidungen zu fällen.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen?
Meine Beharrlichkeit und meine Intuition. Die Beharrlichkeit spornte mich an, nie aufzugeben und fleissig weiter zu arbeiten. Meine Intuition zeigte mir, ob ich auf dem Holzweg bin oder die Richtung stimmte.

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Die Stimme ist die Quelle unzähliger Ausdrucksmöglichkeiten, auf keinem anderen Instrument sind die Möglichkeiten so unlimitiert. Sie ist der direkte Spiegel der Seele und stellt deswegen eine ganz unmittelbare Verbindung zu den ZuhörerInnen her. Ausserdem haben wir das Privileg, ausser Tönen auch Worte dingen zu können, was eine ganze Welt von Lyrik und Geschichten zur Musik hinzufügt.

Worauf achtest du dich besonders beim Unterrichten?
So unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Stimmen – da hilft es wenig, pauschal ein «Schema X» anzuwenden. Ich versuche, die individuellen Stärken der Stimme, die ich vor mir habe zu vergrössern und an den ebenso individuellen Baustellen zu arbeiten. Dabei ist mir Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen äusserst wichtig, weil mir bewusst ist, wie persönlich die eigene Stimme ist.

Wie baust du deine Musikstunden auf?
Normalerweise beginne ich mit dem Aufwärmen und einigen technischen Übungen. Je nachdem, wie die Tagesverfassung des Schülers oder der Schülerin ist, variiere ich die Übungen. Danach geht’s ans Repertoire und wir erarbeiten Lieder und Arien, die zum Stimmfach passen. Natürlich kann es auch sein, dass die Schülerin oder der Schüler individuelle Wünsche hat oder spezifisch etwas erarbeiten möchte, zum Beispiel für einen Auftritt oder ein Vorsingen, dann richte ich die Stunde ganz darauf aus.

Wie gehst du bei Kindern vor?
Kinder lernen auf sehr spielerische Art, deswegen kommt man nicht sehr weit mit komplizierten anatomischen Erklärungen. Es hilft, die Dinge in Bildern zu erklären und Impulse auszulösen, die dann zum gewünschten Ergebnis führen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die meisten Sängerinnen und Sänger erst später, also im Teenie-Alter beginnen, ihre Stimme auszubilden, was ich auch für sinnvoll halte.

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musikerin?
Es gab natürlich viele zauberhafte Momente, seit ich mit der Musik begonnen habe. Aber der Moment, als ich meine Stimme zum ersten Mal ganz frei zum Schwingen brachte und ich spürte, wie all meine Knochen vor Sound anfingen zu vibrieren, war absolut magisch. Warum? Zum einen, weil ich nichts Vergleichbares je erlebt hatte und zum anderen, weil ich in dem Moment begriff, dass ich «es schaffen» könnte.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
Das war wohl das Nationale Opernhaus der Ukraine, Kiew mit 1'683 Sitzplätzen.

Mit welchem(r) MusikerIn würdest du gerne einmal spielen?
Mit Teodor Currentzis, meines Erachtens einer der grossartigsten und visionärsten Dirigenten unserer Zeit aus der Linie der historischen Aufführungspraxis (Nikolaus Harnoncourt, René Jacobs). Er ist radikal und poetisch in seinen musikalischen Entscheidungen, hat Liebe zum Detail und lässt Zauber entstehen mit seinen Interpretationen. Es ist mein Traum, mit ihm zu arbeiten und vielleicht eine Mozart-Einspielung mit ihm aufzunehmen.

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?
Sehr schwierig, sich auf nur eine Platte zu beschränken. Mit Sicherheit eine Mozart-Oper, entweder Harnancourts «Zauberflöte» von 1978 oder eine Aufnahme von «Le Nozze di Figaro».

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
An der Metropolitan Opera oder an der Mailänder Scala zu singen wäre wohl das Höchste der Gefühle.

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
All die Dinge, die gut fürs Gemüt sind: Joggen, Yoga, so richtig fein Kochen und Essen und Zeit zu verbringen mit Familie und Freunden. Ausserdem interessiere ich mich je länger je mehr für Politik und die Geschehnisse, die aktuell unsere Gesellschaft formen und verändern.