Bratsche (Viola) lernen bei

Remea Elisa Ines Friedrich

Bratsche von Klassik bis Contemporary

Remea ist eine junge Bratschistin, die momentan im Master an der ZHdK studiert und als Kammermusikerin, Orchestermusikerin und Solistin im In- und Ausland spielt.

Preis

10 Lektionen an 45 Min.: CHF 840

Für Kinder sind auch 30-minütige Lektionen möglich.

Porträt von Remea Elisa Ines Friedrich

Standort

Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich

-
5443 Niederrohrdorf

Instrument

Bratsche (Viola)

Musikstil

Klassik, Romantik, Zeitgenössische Musik und Klassische Orchestermusik

Niveau

Anfänger, Fortgeschrittene und Master

Sprache

Deutsch und Englisch

Alter

Remea Elisa Ines Friedrich unterrichtet Schüler*innen ab 6 Jahren

Interview mit Remea Elisa Ines Friedrich

Welche*r Musiker*in hat dich am meisten beeinflusst?
Es gibt so viele Menschen, die mich im Verlauf meines Lebens beeinflusst und gezeichnet haben, dass es schwierig ist, eine Einzelperson zu nennen. Deswegen würde ich momentan sagen, dass es wahrscheinlich meine jetzige Professorin Lilli Maijala ist. Sie bringt einen riesigen Enthusiasmus zum Spielen und zum Unterrichten mit und ist immer bereit, noch so kleine Probleme im Bratschenspiel mit ihren Student*innen zu lösen, was ich eine tolle Eigenschaft finde. 

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen Lehrer*innen?
Ich habe eine besondere Achtsamkeit für Gesundheit, sowohl physisch wie auch psychisch. Die Bratsche kann ein physisch anstrengendes Instrument sein und gekoppelt mit einem sehr schnellen Wachstum meinerseits bin ich mehrere Male beinahe oder ganz in gewisse Gesundheitsprobleme gerutscht. Das möchte ich in meinem Spiel und im Spiel meiner Schüler*innen unbedingt vermeiden.
Schliesslich wollen wir Bratsche spielen. Es sollte eine Leidenschaft sein, die gerade Leuten, welche einen eigenen anstrengenden Job haben, die Möglichkeit gibt, auszuspannen aus dem Alltagsstress. Man sollte dabei keine Schmerzen haben.
Ein zweites Thema, das ich meinen Schüler*innen unbedingt beibringen will, ist ein effizientes Üben, das nicht allzu viel Zeit verbraucht, abwechslungsreich ist, Resultate bringt und – vor allem – spass macht.

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Als ich klein war wollten unsere Eltern, dass wir uns ein Hobby aussuchen, egal ob Musik oder eine Sportart. Ich wollte Geige ausprobieren, also ging ich in eine Schnupperstunde. Der Geigenlehrer hatte wohl von Anfang an ein gutes Gespür, denn er schlug mir nach der Stunde vor, ich solle mal die Bratsche ausprobieren. Ich wusste damals mit 5 Jahren nicht, was eine Bratsche ist. Also ging ich nach Hause und fragte meine Eltern, was das denn sei. Sie erklärten mir das Instrument über einen Bratschenwitz und als stolze Fünfjährige beschloss ich, dass ich niemals in meinem Leben Bratsche spielen würde.
Etwa 5-6 Jahre später war ich in einem Jugendmusiklager. Für das Orchester des Kurses waren noch eine Bratsche gesucht, also wurde mir als grösstes Kind mit der Begründung «du lernst so schnell und du bist so gross» eine Bratsche in die Hand gedrückt, der Schlüssel erklärt und gesagt, ich solle am Abend in der Probe Bratsche spielen. Das tat ich dann auch, nach einem Nachmittag voll Fluchen und etwa drei Wochen später blieb meine Geige längerfristig im Schrank. Dort liegt sie bis heute.

Wie gehst du vor, wenn du selber einen Song schreibst oder ein Stück komponierst?
Ich komponiere leider nicht selbst. Mein Vater ist tatsächlich Komponist aber das Talent blieb mir verwehrt.

Auf welchem Equipment spielst du heute?
Ich spiele – ganz klassisch – mit einem Instrument (momentan bin ich auf der Suche nach einem etwas kleineren aus Gesundheitsgründen) mit Schulterstütze. Ob es besser ist, mit oder ohne Schulterstütze zu spielen, ist ein Thema, das seit Jahren debattiert wird. Ich bin der Meinung, dass es für die Meisten gesünder ist, eine Schulterstütze zu verwenden. Sie gibt zusätzlichen Halt und Höhe, wodurch das Risiko, dass man seine Schulter hochzieht, etwas sinkt.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen?
Es mag ironisch klingen, ich würde aber tatsächlich sagen, dass es – bis zu einem gewissen Grad – Faulheit ist. Dies, gekoppelt mit einem grossen Ehrgeiz hat mir immer den Drang gegeben, alles möglichst effizient zu lösen.
Ich wollte ein hohes Level auf meinem Instrument erreichen, wollte aber nicht sieben Stunden am Tag ins Üben investieren, wie es in der Welt der klassischen Musik gerne dargestellt wird. Also fing ich an, weniger zu üben und mit meiner eher kurzen Aufmerksamkeitsspanne zusammen zu arbeiten, anstatt zu versuchen, mich selbst zu etwas zu zwingen, was für mich unnatürlich war. Seit ich in sehr kurzen Etappen mit vielen kurzen Pausen dazwischen übe, und immer nur übe, solange ich 100% Prozent konzentriert bin, mache ich schneller Fortschritte als jemals zuvor und habe gleichzeitig auch noch mehr Spass dabei.

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Wenn man sagt, dass die Geige Brillianz hat und das Cello Sonorität, dann würde ich sagen, dass die Bratsche eine perfekte Mischung von beidem ist. Für mich gibt es kein Instrument, das eine vergleichliche Nostalgie und Möglichkeit zur Poesie hat und trotzdem noch die Möglichkeit hat, virtuos und kraftvoll zu imponieren.

Worauf achtest du dich besonders beim Unterrichten?
Das wahrhaft schöne an der Bratsche ist der schöne Klang. Ich versuche in meinem Unterricht die Freude an einem solchen Klang und die Freude am Ausdruck der Musik beizubringen. Technik wird häufig als langweilig dargestellt, aber sie ist das Werkzeug, um schöne Musik machen zu können. Deswegen versuche ich, meinen Schüler*innen Technik nahezulegen, aber nicht auf eine langweilige Art und Weise («man muss sie halt einfach machen»). Ich möchte allen meinen Schüler*innen das Wissen mitgeben, für was man all die mechanischen «langweiligen» Dinge im spielen braucht, wie man sie einsetzt, warum man sie einsetzt, und wie man sie am besten lernen kann. Meiner Meinung nach ist die Motivation zum Üben von Technik um einiges höher, wenn man weiss, für was man sie genau braucht. Dann kann man sie erstens besser und zielstrebender Üben und sieht zweitens auch schneller Resultate.

Die Herausforderung für mich als Lehrerin stellt sich darin, den richtigen Ansatz für jeden/jede Schüler*in zu finden. Alle Menschen sind unglaublich verschieden, also funktioniert auch nicht jede Übung und jede Erklärung bei allen gleich gut. Dieses Anpassen an das Individuum ist eines meiner grössten Ziele.

Wie baust du deine Musikstunden auf?
Das kann ich nicht so simpel hier sagen, da jeder/jede Schüler*in unterschiedlich ist. Mir ist wichtig, dass alle Stunden eine gute Balance von «Technik» und «Interpretation» haben. Der/die Schüler*in sollte idealerweise nach jeder Stunde mindestens etwas in den beiden Bereichen dazugelernt haben. Zudem möchte ich auch immer ein Segment zum Thema Üben einbauen. Wenn man ein Instrument lernt, ist man sehr lange auf sich selbst gestellt, also ist es als Lehrer*in oder «Coach» sehr wichtig, dass man seinen Schüler*innen die richtigen Werkzeuge mitgibt, Schwierige Stellen selber zu lösen.  

Wie gehst du bei Kindern vor?
Kinder brauchen ein besonderes Feingefühl, da es sehr schwierig ist, ihre Aufmerksamkeit zu behalten. Deswegen würde ich bei ihnen weniger «wissenschaftlich» oder «analytisch» Dinge erklären, sondern versuchen, technische Probleme spielerisch zu lösen. Auch zum Üben würde ich mir spielerische Aktivitäten überlegen, um ihre Motivation höher zu halten. Gleichzeitig möchte ich ihnen aber auch viel wissen für die Zukunft mitgeben. 

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musikerin?
Im vergangenen Jahr durfte ich zweimal als Solistin mit Orchester auftreten. Vor allem das erste Mal, an dem ich von Paul Hindemith «Der Schwanendreher» spielte, hat mir unglaublich viel Spass gemacht, da der Dirigent und viele Mitglieder des Orchesters Freunde von mir waren. Das Konzert war unglaublich inspirierend. Im allgemeinen finde ich das «High», das man nach einem gelungenen Konzert habe, immer ein tolles Gefühl.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
Im Orchester hatte ich bisher das Privileg auf einigen sehr grossen Bühnen zu spielen. Ich durfte im Wiener Konzerthaus, in der Tonhalle Zürich, im KKL Luzern, in der Konzerthalle von Shanghai etc. auftreten. Als Solistin und Kammermusikerin habe ich in Argentinien, Thailand und in den Niederlagen Auftritte hinter mir.  

Mit welcher*welchem Musiker*in würdest du gerne einmal spielen?
Ich habe keine spezifische Person. Ich möchte aber immer mit Musiker*innen zusammenspielen mit denen ich einfach Spass zusammen haben kann.

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?
Wahrscheinlich eine Best-of Kollektion von Led Zeppelin oder Elton John.

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Solange sie gute Akustik hat ist es mir eigentlich egal, was es für eine Bühne ist. 

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Ich habe zwei sehr süsse und sehr energiegeladene Hunde. Zudem zeichne und schreibe ich gerne und habe seit kurzem als Hobby E-Bass zu spielen angefangen.