Klavier (Piano) lernen bei

Vivian Nägeli

Klavier für klassische Musik, Pop und Improvisation

Vivian ist Pianistin, Klaviercoach und Komponistin. Sie vertritt ein ganzheitliches Klavierspielen und -lernen, bei dem Körper, Kopf und Gefühl gleichermassen einbezogen werden. Wenn du dir Freiheit am Klavier, gesunde und effektive Klaviertechnik und heiteren Unterricht mit kreativen aber konkreten Hilfestellungen wünschst, bist du hier genau richtig. 

Vivian Nägeli bietet auch Fernunterricht an.

Wie funktioniert Fernunterricht bei uns?

Preis

10 Lektionen an 45 Min.: CHF 990

Für Kinder sind auch 30-minütige Lektionen möglich.

Porträt von Vivian Nägeli

Standort

-
6010 Kriens

Instrument

Klavier (Piano)

Musikstil

Barock, Klassik, Romantik, Moderne, Neue Musik, Pop und Freie Improvisation

Niveau

Anfänger, Fortgeschrittene und Master

Sprache

Deutsch, Englisch und Französisch

Alter

Vivian Nägeli unterrichtet Schüler*innen ab 12 Jahren

Interview mit Vivian Nägeli

Welche*r Musiker*in hat dich am meisten beeinflusst?
Ehrlich gesagt, habe ich mich selber am meisten beeinflusst. Ich dachte früher, ich müsse sein, wie die grossen Konzertpianisten Argerich, Horowitz, Zimmermann, Michelangeli, Haskil, Richter und wie sie alle heissen. Das hat dazu geführt, dass ich mich immer verändern wollte, mich verstellen, meinen ganzen Wert nur über mein Klavierspiel definiert habe. Erst als ich mir selber Platz gemacht habe, habe ich begonnen aufzublühen. Meine Stärke liegt in meiner Vielfalt und die Kombination und Wechselwirkung zwischen all meinen Interessenbereichen. 

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen Lehrer*innen?
Dich frei am Klavier zu fühlen, deine eigene Stimme, deinen eigenen Ausdruck am Klavier zu finden. Solltest du dich unfrei, steif oder unmusikalisch am Klavier fühlen, dann werde ich dir auf den Weg (zurück) zu Leichtigkeit und freiem Ausdruck mit und ohne Noten helfen. Dafür habe ich den conscious mastering Ansatz entwickelt, bei dem du erst ohne Noten frei Klavierspielen lernst, um dann mit einer guten Körperverbindung und einem guten Grundverständnis für die Funktionsweise der tonalen Musik, viel bewusster und wissender ins lernen von Stücken nach Noten zu starten. 
Die Individualität jedes/jeder einzelnen Schülers/Schülerin finde ich das Spannendste am Unterrichten. Ich kann mich beim Unterrichten sehr gut in meine Schüler*innen hineinversetzen und spüre intuitiv, wo es klemmt und was für eine Übung, Metapher oder was für einen Vergleich es jetzt braucht aber auch in welche Richtung es allgemein gehen darf, damit der/die Schüler*in sich ideal entfalten kann. Jede*r trägt einen oder mehrere Schätze in sich. Die gilt es aufzudecken und strahlen zu lassen. Im Unterricht versuche Ich meinen Schüler*innen dabei zu helfen, ihre Gaben deutlicher zu sehen, anzunehmen und zu entwickeln. 

Ich habe jahrelang einen starken Fokus darauf gelegt, die Klaviertechnik in ihrer Vielfalt zu verstehen und zu beherrschen. Schlussendlich hat mich mein Wunsch nach mehr Selbstbewusstsein und Freiheit beim Klavierspielen zur bewussten Verbindung mit dem Körper gebracht. Ich kann dir also in punkto Klaviertechnik sehr konkrete Anleitung geben, die für dich gut verständlich, logisch und dadurch leicht umsetzbar sind.

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Ich habe mir mit 7 oder 8 Jahren in den Kopf gesetzt, Konzertpianistin zu werden, für mich war der Weg also schon relativ schnell klar. Ich habe da bereits an der Musikschule bei Katja Huber Klavierunterricht genommen und mir schon ausgemalt, was für ein aussergewöhnliches Projekt ich als Maturaarbeit machen werde. Es folgten viele Jahre Gymnasium, wo ich bereits am Morgen vor der Schule im Musikzimmer Klavier geübt habe, um auf meine 3-4 Stunden täglich zu kommen. Mit dem Komponieren und Aufführen meines eigenen Klavierkonzertes mit der Zuger Sinfonietta, habe ich dann tatsächlich eine eher aussergewöhnliche Maturaarbeit umgesetzt. Es folgte der Bachelorstart in Genf, da ich unbedingt weg wollte aus der Zentralschweiz an eine bessere, renommiertere Hochschule. Lange Zeit war mein Weg am Klavier geprägt von Disziplin und grossen Träumen. So richtig Klavier begonnen zu spielen mit Freude und einem guten Spielgefühl, habe ich aber erst in den letzten Jahren, nachdem ich mich von Zwängen und Idealen, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte, mir aber nie wirklich entsprachen, befreit habe und erlaubt habe, meine Persönlichkeit und meine ehrlichen Wünsche am Klavier über äussere Meinungen zu stellen. Das Unterrichten hat dabei massgeblich dazu beigetragen, in dem es meinen Blick geöffnet und Leistung relativiert hat. Stücke, die jede*r gespielt hat von Beethoven, Chopin, Mozart, wurden weitestgehend abgelöst von unbekannteren Werken, da ich es viel mehr schätze, neue Stücke und somit neue Geschichten zu entdecken, als immer die altbekannten zu wiederholen. Und ich habe begonnen die gelernte Musiktheorie praktisch anzuwenden und mir so den Weg zu freiem Ausdruck in Improvisation geöffnet. Ich bin froh, diese neue Richtung am Klavier eingeschlagen zu haben und bin gespannt, was da alles noch kommt.

Wie gehst du vor, wenn du selber einen Song schreibst oder ein Stück komponierst?
Zuerst ist da eine Inspiration in mir. Ein Gefühl, eine Beobachtung in der Natur, eine Geschichte. Dann lass ich diesen Eindruck in mir konkreter werden und lasse daraus die Architektur der Komposition entstehen. Welche Teile gibt es, was zeichnet sie im Charakter aus? So habe ich die Form des Stückes mit seinen Teilen und spüre sein Ganzes. Diese Struktur verleiht mir dann die Freiheit in konkretes musikalisches Material abzutauchen und die Details innerhalb des Grossen Ganzen effektiv zu formen. Natürlich passiert es, dass ich im Prozesse meine Architektur wieder über den Haufen werfe :)

Auf welchem Equipment spielst du heute?
Ich habe zu Hause ein Yamaha TransAcoustic Klavier. Das ist eine Mischung aus mechanischem Klavier und E-Piano. Ich kann darauf wie auf einem mechanischen Klavier spielen, wenn ich aber in der Nacht spielen möchte, kann ich einfach ein Pedal drücken, es stoppt die Hammerköpfe und ersetzt den Originalton mit Synthesizer Klängen, die ich in die Kopfhörer nehmen kann. Ausserdem kann ich damit aufnehmen, was für meine vielen YouTube-Videos und Onlinekurs-Videos ein riesiger Vorteil ist. Sonst bin ich aber von Bösendorfer Flügeln sehr angetan. Ich liebe ihren warmen, runden Klang.

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen?
In vielen Jahren war es meine Selbstdisziplin und Starrköpfigkeit, das in den Kopf gesetzte kompromisslos zu erreichen. Inzwischen ist es mein Verständnis für die Funktionsweise der Musik. Ein schwieriger Weg bedeutet auch, dass man sich vieles bewusst aneignen muss und daher viel durchschaut und logische Strategien entwickelt hat. Das macht mich auch zu einem Klaviercoach mit konkreten Hilfestellungen für sehr vielfältige Schwierigkeiten. 

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Das Klavier hat eine unglaubliche Breite an Möglichkeiten. Du kannst darauf wunderbare Melodien zum singen bringen, diese grad noch auf demselben Instrument begleiten und bis zu einem ganzen Orchester mit dem Klavier klanglich abbilden. Du findest mit dem Klavier Platz in Bands, verschiedenen Kammermusikensembles aber auch beim Solospiel am Klavier vermisst man nichts. Es ist vielleicht das Vielseitigste Instrument und gleichzeitig eines der Komplexesten zu spielen. Ich sage meinen Schüler*innen immer, Klavierspielen ist wie Tanzen aber du bist mindestens zwei Personen gleichzeitig. Und da es seine Zeit dauert, Stücke auf dem Klavier wirklich zu beherrschen, finde ich es inzwischen so wichtig, dass wir bewusst auch einfach frei spielen. So merken wir, dass es gar nicht so viel braucht für freies Klavierspielen, das gut klingt, und kultivieren eine Spielfreude, die auch für knifflige Stücke die Motivation, dran zu bleiben, länger hochhält. Wir erfahren die Klangmöglichkeiten des Klaviers wirklich spielend, was viel zu selten passiert, wenn wir nur nach Noten arbeiten.

Worauf achtest du dich besonders beim Unterrichten?
Für mich steht Spass im Vordergrund. Das soll aber nicht heissen, dass nicht gearbeitet wird. Ich bin nämlich der Überzeugung, dass interessant gestaltetes Arbeiten basierend auf Neugierde etwas vom Spassigsten ist. Und ohne Arbeiten gibt es meist wenig Fortschritt und dann macht es auch keinen Spass mehr. Bei mir im Unterricht ist stets eine unbeschwerte Stimmung, es wird viel gelacht und peinlich gibts nicht. Ich singe auch gerne mal extra falsch, damit sich der*die Schüler*in traut, auch zu singen. Und falsch singen kann ich! Ich liebe es, für den*die einzelne*n Schüler*in spezifische Bilder und Vergleiche zu finden, die sie*ihn Musik und Technik auch körperlich verstehen lassen, und hüpfe dabei auch gerne mal exemplarisch komisch durch den Unterrichtsraum. 

Ich bin dazu da, den/die Schüler*in in seinen/ihren Träumen und Zielen zu unterstützen. Und tue mein bestes, ihn/sie auf dem Weg dorthin zu unterstützen. Ich bin dabei der Überzeugung, dass die einzige Grenze für den/die Schüler*in, die Grenze seiner/ihrer eigenen Vorstellungskraft ist. Sprich alles, was sicher der/die Schüler*in für sich erträumt, kann er/sie auch erreichen. Es gilt nur die passenden Wege und Werkzeuge zu finden.

Wie baust du deine Musikstunden auf?
Ganz nach Gefühl. Ich bin ganz präsent und spüre immer, was es braucht und wohin es gehen soll. Grosses Planen des Unterrichts ist in meinen Augen fast schon hinderlich, da der/die Schüler*in mit seiner/ihrer Tagesform kommt und ich mit einem zu konkreten Plan nicht flexibel auf die momentanen Bedürfnisse des/der Schülers/Schülerin eingehen kannst. Ich habe mir in den unzähligen Unterrichtsstunden und im erstellen meiner Onlinekurse bereits so viel Material und Werkzeuge angeeignet, dass ich da spontan aus dem Vollen schöpfen kann und immer das Passende liefern kann. Mir ist allerdings sehr wichtig, dass der/die Schüler*in eigene Wünsche mitbringt und auch äussert. Ich mache den Unterricht schliesslich nicht für mich, sondern für den/die Schüler*in. Da finde ich es wichtig, dass diese*r ein Bild von dem hat, wo er/sie hinwill, und seine/ihre Entwicklung am Klavier auch aktiv mitgestaltet und nicht einfach nur sitzt, nickt und umsetzt. 

Wie gehst du bei Kindern vor?
Von meiner Haltung her gleich wie bei Erwachsenen. Ich stelle mich immer ganz auf den/die Schüler*in ein. Da kommt es nicht so drauf an, ob es ein Erwachsener oder ein Kind ist. Es ist sowieso bei jeder Person ein völlig anderer Unterricht. Ganz automatisch fliesst bei Kindern mehr Spiel und halt für Kinder greifbarere Bilder und Vergleiche ein, da Kinder die Welt noch etwas anders wahrnehmen als Erwachsene. 

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musikerin?
Ganz klar in meiner EnManDo Ausbildung, wo ich mich das erste mal wirklich selber gehört habe beim Klavierspielen. Das war ein unglaublich befreiendes Gefühl und gleichzeitig etwas unglaublich, dass ich so gut Klavierspielen gelernt habe, ohne mich selber wirklich zu hören. Ich war davor immer so im Kopf, in Angst, in Limitation, dass sich meine Ohren verschlossen haben, sobald ich begonnen habe zu spielen. Das hängt mit körperlichem Stress zusammen. Haben wir Angst, halten wir innerlich unsere Nieren hoch und die haben eine direkte Verbindung zu unseren Ohren. Wir müssen uns also entspannen, sicher fühlen, damit wir richtig hören können. 

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
Die grösste Bühne, auf der ich spiele ist meine eigene Onlinebühne. Auf meinem YouTube Kanal erreiche ich aus meinem Wohnzimmer Tausende von Menschen. Auf Konzertbühnen habe ich auf verschiedenen gespielt. Im Lorzensaal in Cham, im Salquin in Kriens, am Conservatoire de Musique de Genève am Place de Neuve, auf einer Openairbühne in Malàga am Meer und auch im Konzertsaal des KKL im Orchester. Ich empfinde meinen Onlineauftritt aktuell allerdings als viel authentischer und wichtiger. Das kann sich aber natürlich wieder ändern.

Mit welcher*welchem Musiker*in würdest du gerne einmal spielen?
Ich habe mir immer gewünscht, ein festes Duo oder Ensemble zu finden, bei dem es vom Gefühl her einfach klick macht, mit dem ich authentisch und frei Musik machen kann. Mit der Sängerin Nuria Kessler im Ensemble BierLieder hab ich so eine Duopartnerin gefunden. Solche natürlich fliessende Zusammenarbeiten wünsche ich mir in verschiedenen Formationen noch weitere. Ich bin da ganz im Vertrauen, dass ich dafür zur richtigen Zeit die richtigen Leute treffen werde und sich Möglichkeiten ergeben werden. 

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?
Gar keine. Ich höre nicht besonders viel Musik und würde auf einer Insel viel lieber die Natur und das Meer erkunden und in deren Klänge eintauchen, als irgend eine Aufnahme zu hören, die ich bereits mehrfach gehört habe :)

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Aktuell ist meine Online Bühne auf YouTube meine liebste. Da fühl ich mich frei und kann das umsetzen, wonach ich mich grad fühle. Für die Zukunft fände ich es interessant, mehr Openair Konzerte zu machen. Die Verbindung von Musik und einer zauberhaften Location in der Natur, am Meer oder in einer historischen Location kann eine speziell zauberhafte Konzertatmosphäre kreieren. 

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben? 
Meine Familie, Persönlichkeitsentwicklung/Spiritualität, Verbindung mit der Natur, meinem Körper Bewegung zu schenken (z.B. Yoga).