Schlagzeug und Musikproduktion lernen bei

Ramón Oliveras

Kreatives Schlagzeug und Musikproduktion für diverse Stile

Ramón Oliveras hat sich auf kreative Beats und Sounds spezialisiert. Mit der queeren Indierock-Band Dalai Puma und dem Contemporary Groove Quintett Ikarus tourt er durch die ganze Welt. Ihm ist es sehr wichtig, den Unterricht als Safer-Space zu gestalten, wo sich auch Personen marginalisierter Gruppen sicher fühlen.

Preis

10 Lektionen an 45 Min.: CHF 930

Die Probelektion ist unverbindlich und kostet CHF 93. Wenn danach ein Abo abgeschlossen wird, gilt die Probelektion als erste Lektion vom Abo. Wenn nicht, wird diese einzeln verrechnet.

Für Kinder sind auch 30-minütige Lektionen möglich.

Porträt von Ramón Oliveras

Standort

Badenerstrasse 569
8048 Zürich

Instrument

Schlagzeug und Musikproduktion

Musikstil

Elektronische Musik, Pop, Rock, Funk, Jazz, Brasilianische Musik und Indie Pop

Niveau

Fortgeschrittene, Master und Anfänger

Sprache

Deutsch und Englisch

Alter

Ramón Oliveras unterrichtet Erwachsene und Kinder ab 16 Jahren

Interview mit Ramón Oliveras

Welche(r) MusikerIn hat dich am meisten beeinflusst und warum?
Mich haben viele diverse Musiker*innen in verschiedenen Stadien meiner Musikerkarriere stark beeinflusst. Sehr wichtig für mein Schlagzeugspiel waren Jojo Mayer und Mark Guiliana. Sie trieben Schlagzeugbeats und -techniken in eine neue Richtung. Elvin Jones, Keith Carlock und Steve Jordan haben mich durch ihren wahnsinnigem Groove beeinflusst und Jim Black und Julian Sartorius wegen ihren unorthodoxen Klängen. Ebenfalls wichtig waren meine Lehrer Kaspar Rast (Nik Bärtsch’s Ronin) und Norbert Pfammatter, die mir zeigten, wie stark die Körperphysik den Groove beeinflusst und wie spannungsvoll Pausen sind. Momentan beeinflussen mich wohl meine Mitmusiker*innen (z.B. Franziska Staubli oder Andrina Bollinger) am stärksten.

Was kannst du mir auf deinem Instrument besser beibringen als alle anderen LehrerInnen
Ich habe den Anspruch als Musiker, dass alles was ich mache eine eigene Handschrift trägt. Dementsprechend suche ich stetig nach neuen Grooves und Sounds, die vorher noch nie jemand so gespielt hat. Dieses Mindset, sowie verschiedenste Wege und Techniken um zu neuen Rhythmen und Klängen zu kommen, kann ich sehr gut vermitteln. So kann ich meinen Schüler*innen beibringen, spielerisch eine eigene kreative Sprache zu finden, die sie dann hoffentlich unersetzbar macht für ihre Projekte.

Wie hast du dein Instrument spielen gelernt?
Ich wollte als hyperaktives Kind nach der obligaten Djembegruppe schon immer Schlagzeug spielen, aber der damalige Lehrer meinte, das Instrument mache wegen der Grösse erst ab zehn Jahren Sinn. So habe ich mich also zuerst unkonzentriert durch Blockflöte, Klavier, Gitarre und Cello gespielt, bis ich dann mit zehn Jahren endlich das erste Mal am Schlagzeug sitzen durfte. Ich war bisher in meinem Leben wohl noch nie so konzentriert und ruhig bei der Sache gewesen, wie in dieser ersten Schlagzeug Lektion. Da war allen sofort klar: Hier hat jemand sein Instrument gefunden.

Auf welchem Equipment spielst du heute und warum?
Ich habe zwei Vintage Kits - ein Ludwig und ein Slingerland aus den 70ern - die ich wegen ihrem warmen Sound sehr mag. Ich bin von Paiste Cymbals endorsed und liebe ihre 20 Master Series wegen ihrem dunklen und verwaschenen Klang. Zudem arbeite ich oft mit dem Roland SPD-SX um Samples abzurufen, oder via MIDI elektronische Sounds von akustischen Trommeln zu triggern und die Klänge so zu überlagern. Ich produziere und mische mit dem Ableton Live 10 und diversen Plugin-Suites (Fabfilter, Soundtoys, Izotope, etc).

Welche persönliche Eigenschaft hat dir beim Üben am meisten geholfen und warum?
Ich habe früher sehr oft und lange Techniketüden oder bestehende Grooves geübt und mich immer gefragt, wieso es so lange dauert, bis ich das geübte auch Live umsetzen kann. Dann habe ich nach meinem Studium bemerkt, wie viel schneller und intensiver ich lerne, wenn ich einen Beat neu erfinde, oder etwas bestehendes oder technisches spielerisch kreativ weiterentwickle. Seit dieser Erfahrung versuche ich nicht mehr zu „üben“, sondern nur noch zu „kreieren".

Was hat dein Instrument, was andere nicht haben?
Eine starke körperliche Komponente, da meist alle Körperteile am Spiel beteiligt sind. Und eine natürliche physische Energie, durch die Lautstärke und Frequenzspektren. Ausserdem einen völlig individuellen Aufbau (zwar gibt es „Standart-Sets“, aber als Schlagzeuger*in sind der Erweiterung des Instruments durch Trommeln, Cymbals, Elektronik, Perkussion etc. fast keine Grenzen gesetzt).

Worauf achtest du dich besonders beim Unterrichten?
Das wichtigste ist für mich als Lehrer einen Safe-Space zu schaffen, in der sich die Schlagzeugschüler*innen frei und ungehemmt bewegen können. Ich versuche bei allen Schüler*innen individuell herauszufinden, wo sie mit ihrem Instrument oder ihrer Musik hin wollen und arbeite dann möglichst kreativ und von verschiedenen Seiten am Aufbau einer eigenen musikalischen Identität.

Wie baust du deine Musikstunden auf?
Meine Schlagzeugstunden sind sehr individuell vom Niveau meiner Schüler*innen ahängig. Sie könnten z.B. aus drei Teilen bestehen: 1. Eingrooven und Jamen zu zweit. So lernen sich Schüler*in und Lehrer automatisch besser kennen und kommen gemeinsam auf neue Ideen. 2. Kurzer Groove oder technischer Input, welches zum aktuellen Thema passt. 3. Sich befassen mit einem konkreten Stück Musik, sei es von der eigenen oder einer anderen Band.

Was war bis anhin dein tollstes Erlebnis als Musiker und warum?
Das tollste Erlebnis für mich war, dass ich Mitmusiker*innen gefunden habe, die die gleiche Musik machen möchten wie ich, und mit mir zusammen viel Zeit und Energie darin investieren und zu guten Freunden wurden. Ohne sie wären so viele einzigartige Momente auf Tour und im Studio nicht möglich gewesen.

Welches war die grösste Bühne, auf der du gespielt hast?
Ich habe sehr viel verschiedene grosse Bühnen bespielen dürfen. Eindrücklich war aber zum Beispiel das Outreach Festival in Österreich, wo ich mit Ikarus in einem riesigen Kongresshaus spielte. Die Bühne war so gross, dass ich meine Brille mitnehmen musste. Für die Leute die hinten im Saal sassen, gab es hinter uns eine Live-Übertragung des Konzertes auf einer riesigen Leinwand. So konnten wir uns sogar selber beim Spielen zuschauen.
Ein anderer Höhepunkt war der Stream eines Ikarus Konzertes für das London Jazz Festival, welcher auf Facebook und Youtube in nur einem Abend über 15’000 Leute erreicht hat.

Mit welche(r)m MusikerIn würdest du gerne einmal spielen und warum?
Ich würde sehr gerne mal mit Sophie Hunger, Fever Ray oder Noga Erez auf der Bühne stehen. Ich finde starke Frauenfiguren mit einer unverwechselbaren Stimme und einem klaren Sound sehr inspirierend. Zudem würde ich gerne mit dem Norwegischen Gitarristen Eivind Aarset ein Album aufnehmen, weil er einer der kreativsten Soundtüftler auf der Welt ist.

Welche eine Platte würdest du auf die einsame Insel mitnehmen und warum?
Shaking the Habitual von The Knife. Die Platte ist so schön verrückt abwechslungsreich und nach zwei Stücken schwebe ich schon über dem Boden.

Auf welcher Bühne würdest du am liebsten spielen oder spielst du am liebsten?
Ich spiele sehr gerne auf der Exil Bühne in Zürich. Wenn der Club voll ist, ist das einfach die perfekte Grösse für eine energetische Show, wo man die Leute spürt und der Sound dennoch gross und massiv ist. Bühnen die ich sehr gerne bespielen würde wären die Berghain Halle oder das Kraftwerk in Berlin. Beide Gebäude faszinieren und inspirieren mich mit ihrer Grösse und Rohheit so sehr, dass ich jedes Mal wenn ich dort bin, gerne sofort ein Projekt nur für diesen Zweck ins Leben rufen möchte.

Was ist neben der Musik noch wichtig in deinem Leben?
Meine Beziehung, mein queerer und antirassistischer Aktivismus, mein Patenkind, meine wöchentliche Runde D&D.