Jazz Klavier lernen
Letzte Aktualisierung: 5. August 2026
Oscar Peterson, Bill Evans, Herbie Hancock, Keith Jarrett: Das Klavier ist eines der prägendsten Instrumente des Jazz. Wer Jazz-Klavier lernt, taucht ein in die Welt der Harmonien, des Swing-Feels und der Improvisation – und erarbeitet sich die Freiheit, Musik im Moment zu erschaffen. Hier erfährst du alles, was du für den Einstieg ins Jazz-Klavier wissen musst.
Von Siro Müller Leiter Instrumentor und Schlagzeuger
Von Marisa Jüni Musical- und Pop-Sängerin und Schüler*innenbetreuerin Instrumentor
Mit Tipps von:
Claude Diallo ist Jazzpianist und unterrichtet Jazz-Klavier
Nikoleta Doykova unterrichtet Klavier in Zürich
Philipp Eden unterrichtet Jazz-Klavier
Claudia Mettler unterrichtet Klavier in Bern
Károly László Kiss unterrichtet Klavier in Birsfelden
Leandro Irarragorri unterrichtet Klavier in Zürich
- Was ist Jazz-Klavier?
- Einstieg ins Jazz-Klavier: Mit Standards beginnen
- Welche Grundlagen lerne ich im Jazz-Klavierunterricht?
- Wie läuft eine Jazz-Klavierlektion ab?
- Brauche ich klassische Vorkenntnisse für Jazz-Klavier?
- Wie lange dauert es, Jazz-Klavier zu lernen?
- Kann ich mir Jazz-Klavier selber beibringen?
- Wie finde ich eine passende Lehrperson für Jazz-Klavier?
- Wo finde ich die besten Klavierlehrer*innen für Jazz?
- Nächster Schritt: Melde dich für eine Probelektion an
- Weitere Links
- Was ist Jazz-Klavier?
- Einstieg ins Jazz-Klavier: Mit Standards beginnen
- Welche Grundlagen lerne ich im Jazz-Klavierunterricht?
- Wie läuft eine Jazz-Klavierlektion ab?
- Brauche ich klassische Vorkenntnisse für Jazz-Klavier?
- Wie lange dauert es, Jazz-Klavier zu lernen?
- Kann ich mir Jazz-Klavier selber beibringen?
- Wie finde ich eine passende Lehrperson für Jazz-Klavier?
- Wo finde ich die besten Klavierlehrer*innen für Jazz?
- Nächster Schritt: Melde dich für eine Probelektion an
- Weitere Links
Nach sieben Jahren klassischem Klavierunterricht war Oscar Peterson für mich eine Art Geistesblitz, der es mir ermöglicht hat, die Welt der Musik und des Klaviers mit anderen Ohren zu hören. Diese Faszination hat in mir das Interesse an Jazz geweckt – und seither mache ich nur noch das: Jazzpiano spielen.
Was ist Jazz-Klavier?
Im Jazz ist das Klavier ein unglaublich vielseitiges Instrument: Es kann solistisch brillieren, in der Band die Harmonien liefern («Comping»), Melodien spielen und improvisieren – oft alles im selben Stück. Anders als in der Klassik spielst du nicht nach ausnotierten Werken, sondern nach Leadsheets mit Melodie und Akkordsymbolen. Wie du diese Akkorde greifst («Voicings»), wie du begleitest und was du improvisierst, ist deine kreative Entscheidung – genau darin liegt die Faszination des Jazz.
Einstieg ins Jazz-Klavier: Mit Standards beginnen
Den Einstieg bilden die Jazz-Standards: bekannte Stücke aus dem Great American Songbook wie «Autumn Leaves», «All of Me» oder «Fly Me to the Moon», gesammelt im sogenannten Real Book. Diese Standards sind das gemeinsame Repertoire der Jazzwelt – wer sie kennt, kann an jeder Jam-Session mitspielen. Erfahrene Jazzpianist*innen wie unsere Lehrperson Claude Diallo beherrschen rund 2000 dieser Standards. Für den Anfang reichen aber schon zwei, drei Stücke, an denen du alle Grundlagen lernst: Akkorde, Voicings, Swing-Feel und erste Improvisationen.
Welche Grundlagen lerne ich im Jazz-Klavierunterricht?
Harmonik und Voicings. Jazz lebt von reichen Harmonien: Septakkorde, Erweiterungen, Umkehrungen. Du lernst, Akkorde so zu greifen, dass sie nach Jazz klingen – das ist der Schlüssel zum typischen Sound.
Swing-Feel und Timing. Das rhythmische Herzstück des Jazz. Du entwickelst ein Gefühl für den Swing und lernst, mit dem Puls der Musik zu spielen.
Improvisation. Die Königsdisziplin: Über die Akkordfolge eines Standards eigene Linien erfinden. Du näherst dich Schritt für Schritt – vom Umspielen der Melodie über Skalen und Patterns bis zur freien Improvisation.
Comping. Die Kunst, Solist*innen und Sänger*innen zu begleiten: rhythmisch spannend, harmonisch unterstützend, nie im Weg.
Transkribieren und Hören. Jazz lernt man zu einem grossen Teil über die Ohren. Das Heraushören und Nachspielen von Soli der grossen Vorbilder gehört zu den wirksamsten Übungen überhaupt.
Musiktheorie. Stufen, Skalen, II-V-I-Verbindungen: Die Theorie hilft dir zu verstehen, was du spielst – und eröffnet dir neue Möglichkeiten beim Improvisieren. Gute Lehrpersonen vermitteln sie direkt am praktischen Beispiel.
Wie läuft eine Jazz-Klavierlektion ab?
Eine typische Lektion dauert 45 bis 60 Minuten. Nach einem kurzen Warm-up arbeitest du an gezielten Übungen – etwa Voicings durch alle Tonarten oder Improvisationspatterns – und danach am aktuellen Standard: Melodie, Begleitung, Improvisation. Viele Lehrpersonen spielen dabei mit dir zusammen oder arbeiten mit Playbacks, damit du das Zusammenspiel mit einer Band von Anfang an übst. Am Ende bekommst du konkrete Übungen und Hörtipps für zu Hause.
Bei meinem Unterricht ist es wichtig, dass man die Übungen systematisch und täglich angeht. Ein Schüler, der super Talent hat, aber nie übt, bringt es weniger weit als ein Schüler, der weniger Talent hat, aber täglich viel übt und voll motiviert ist.
Brauche ich klassische Vorkenntnisse für Jazz-Klavier?
Nein, du kannst direkt mit Jazz beginnen. Klassische Vorkenntnisse sind aber auch kein Nachteil – im Gegenteil: Eine solide Fingertechnik und Notenkenntnisse beschleunigen den Einstieg. Viele der grossen Jazzpianist*innen haben klassisch angefangen. Wenn du schon Klavier spielst und auf Jazz umsteigen möchtest, holt dich eine gute Jazz-Lehrperson genau dort ab, wo du stehst, und ergänzt dein Können um Harmonik, Swing-Feel und Improvisation.
Wie lange dauert es, Jazz-Klavier zu lernen?
Erste Erfolgserlebnisse kommen schnell: Einen einfachen Standard mit Grundvoicings begleitest du schon nach wenigen Lektionen. Nach einem Jahr oder ca. 40 Lektionen beherrschst du ein kleines Repertoire an Standards, hast ein Gefühl für das Swing-Feel entwickelt und wagst dich an erste Improvisationen. Die Improvisation selbst ist eine Reise, die nie endet – das ist das Schöne am Jazz: Es gibt immer Neues zu entdecken. Entscheidend ist das regelmässige, systematische Üben: Schon 20 bis 30 Minuten pro Tag, kombiniert mit bewusstem Hören, machen einen grossen Unterschied.
Kann ich mir Jazz-Klavier selber beibringen?
Vieles im Jazz lernt man über das Hören und Transkribieren – das kannst du grundsätzlich auch alleine tun. Der Weg ist aber steinig: Die Jazzharmonik ist komplex, und ohne Anleitung verliert man sich schnell in der Theorie oder gewöhnt sich ineffiziente Voicings an. Eine erfahrene Jazz-Lehrperson gibt dir ein System, in dem eine Übung auf der anderen aufbaut, analysiert sofort, was du brauchst, und spart dir Jahre des Umherirrens. Gerade im Jazz, wo es keinen festen Lehrplan gibt, ist diese Führung Gold wert.
Wie finde ich eine passende Lehrperson für Jazz-Klavier?
Alessandro Giannelli ist Jazz-Schlagzeuger und Pianist und kümmert sich bei Instrumentor um die Schüler*innenbetreuung. Alessandro empfiehlt, wie folgt vorzugehen, um eine auf Jazz spezialisierte Klavierlehrperson zu finden, die genau zu dir passt:
Bist du unsicher? Ruf uns an! Wenn du dir noch nicht sicher bist, was du genau lernen willst, dann ruf uns an oder schreibe uns eine Mail. Wir kennen alle Profile sehr genau und können dir im Gespräch sicher eine passende Lehrperson empfehlen. Falls du schon genauer weisst, was du willst, mache bei Punkt 2 weiter.
Entscheide dich für ein Stück oder einen Musikstil. Ein guter Einstieg ist immer ein Lied oder Stück, das gefällt und das man gerne lernen möchte. Es ist wichtig, eine Lehrperson zu wählen, mit der man den Musikgeschmack teilt.
Jazz-Klavierlehrer*innen-Liste besuchen. In der Liste von Instrumentor findest du nur ausgewählte und spezialisierte Lehrpersonen, die wir von ganzem Herzen empfehlen können (im Moment 70 Klavierlehrer*innen).
Nutze die Filter. Du kannst nach Musikstil, Niveau (Anfänger, Fortgeschrittene, Master), Alter, Sprache etc. filtern.
Lese die persönlichen Profile genau durch. Wir empfehlen dir, eine Lehrperson auszuwählen, die dir auf Anhieb sympathisch ist. Wenn die Rahmenbedingungen (Musikstil, Ort etc.) passen, kannst du dich den Interviews widmen. Dort erzählen die Lehrpersonen, was ihnen wichtig ist beim Unterrichten, worauf sie besonders Wert legen oder auch wie sie konkret eine Lektion aufbauen. Auch wenn zwei Lehrpersonen die gleiche Ausbildung haben, unterscheiden sie sich darin, wie gut sie zu dir passen. Musikunterricht ist persönlich.
Wenn du dir auch dann noch nicht sicher bist, kontaktiere uns. Wir kennen alle Profile sehr genau und können dir im Gespräch sicher eine passende Lehrperson empfehlen oder auch andere Fragen rund um das Thema Musikunterricht beantworten.
Danach buchst du am besten eine Probelektion. Das ist der wichtigste Schritt: Ihr lernt euch kennen, du bekommst ein Gefühl für den Unterrichtsstil, und ihr könnt herausfinden, ob die Chemie stimmt. Wenn es nicht passt, ist das auch okay, dann probierst du jemand anderen aus.
Und keine Angst vor der vermeintlich ernsten Jazz-Theorie – gute Lehrpersonen verpacken sie in lebendigen Unterricht:
Ich unterrichte einfach mit Herz und viel Freude und versuche, die Lektionen so spannend und spassig wie möglich zu gestalten. Mir ist jeweils wichtig, dass die Schülerin bzw. der Schüler jedes Mal etwas mit nach Hause nimmt, was sie oder ihn weiterbringt!
Auch stilistisch ist die Auswahl gross: Claudia Mettler liebt Musik, die groovt und das Herz anspricht, Károly László will seine Schüler*innen durch Musik inspirieren und bereichern, und Leandro Irarragorri bringt mit seinen kubanischen Wurzeln und einem ZHdK-Master in Pädagogik Black American Music und kubanische Musik in den Unterricht.
Wo finde ich die besten Klavierlehrer*innen für Jazz?
Auf unserer Plattform vermitteln wir in der ganzen Schweiz ausgewählte Jazzpianist*innen als Lehrpersonen (70 Klavierlehrer*innen anzeigen). Jede Lehrperson wurde von uns persönlich interviewt und ausgewählt und steht selber auf Bühnen. In Zürich, Bern, Basel, Winterthur, Luzern und vielen weiteren Städten warten erfahrene Jazz-Klavierlehrer*innen auf dich. Viele bieten auch Online-Unterricht an.
Nächster Schritt: Melde dich für eine Probelektion an
Der beste Weg herauszufinden, ob Jazz-Klavier das Richtige ist, ist es auszuprobieren. In einer Probelektion erlebst du, wie Jazz-Klavierunterricht abläuft, spielst deine ersten Voicings über einen Standard und findest heraus, ob die Lehrperson zu dir passt.
Du brauchst Unterstützung? Kontaktiere uns!
Seit 2012 vermitteln wir die passenden Musiklehrpersonen. Über 15'000 Schüler*innen haben wir bereits begleitet, und wir kennen alle Profile der Lehrpersonen sehr genau. Ruf an oder schreib uns – wir helfen dir gerne, die richtige Lehrperson zu finden und beantworten alle Fragen, die du noch hast.
Weitere Links
Mit Tipps von:
Claude Diallo ist Jazzpianist und unterrichtet Jazz-Klavier
Nikoleta Doykova unterrichtet Klavier in Zürich
Philipp Eden unterrichtet Jazz-Klavier
Claudia Mettler unterrichtet Klavier in Bern
Károly László Kiss unterrichtet Klavier in Birsfelden
Leandro Irarragorri unterrichtet Klavier in Zürich